Leserbrief

Geschlechtergerechtigkeit Kopf und Herz sind entscheidend

Bizarre Unterstellung

Die Analyse im letzten Leserforum bezüglich meines Leserbriefes „Wenn Gender zur Groteske wird“ hat in meinen Augen einen bizarren Charakter und ist gespickt mit diffusen Andeutungen und Unterstellungen, die sich fast ausschließlich mit meiner Person und weniger mit der Sache an sich befassen.

Kurz zusammengefasst schrieb ich: Der Gendergerechtigkeit ist nicht geholfen, wenn man Verkehrsschilder austauscht – also beispielsweise beim Schild Wildwechsel dem springenden Hirsch das Geweih entfernt. Oder, dass man bei den auf dem Asphalt aufgesprühten Piktogrammen auf den Fahrradwegen die Querstange des Fahrradzeichens entfernt, damit aus dem Herren- ein Damenfahrrad wird. So was löst nur Kopfschütteln aus. Ebenso der Vorschlag von Familienministerin Giffey, in Schulen statt dem Begriff Vater und Mutter Elternteil 1 und 2 zu verwenden. Ob die Dame irgendwann merkt, dass es solche Vorschläge sind, die ihre Partei (SPD) bald unter zehn Prozent bringen?

Gendergerechtigkeit findet nicht auf dem Asphalt oder durch den Bau einer Toilette für das dritte Geschlecht statt, sondern im Kopf und im Herzen. Übrigens: In Schweden gibt es nur eine Toilette für alle, berichtet meine Tochter, die seit über zehn Jahren dort lebt. Eine pragmatische Lösung, wie ich finde.

Mir also Probleme mit Minderheiten zu unterstellen, weil meine Prioritätenliste nicht konform geht mit der der Schreiberin, die auch noch beiläufig den Begriff Rassismus einfließen lässt, ist mehr als abstrus.

Ob die Dame mir wohl geholfen hätte, als ich mich vor Jahren schon auf der Brühler Kerwe einer Gruppe Neonazis in den Weg stellte, die eine Gruppe afrikanischer Flüchtlinge attackiert hatten? Ich befürchte, genauso wenig, wie die übrige Menge, die damals gaffend um das Geschehen herumstand.

Denn es bedarf schon einer Portion Mut, für seine Überzeugung und Werte seine Gesundheit und mehr aufs Spiel zu setzen. Eine meiner Grundüberzeugungen lautet: „Niemand hat das Recht, einem anderen das Menschsein abzusprechen“! Weltverbesserische Klugschwätzer haben wir zur Genüge, vor allem auch bei den „Profis im Reichstag“. Dass hierzulande vieles im Argen liegt, ist auch folgendem Motto geschuldet: „Für jede Lösung haben wir ein Problem!“

Herbert Semsch, Brühl

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