Leserbrief

Blaues Wasser Es gibt genügend Labors, die es prüfen könnten

Bürgern die Wahrheit sagen

Welcher Stoff das Wasser in Dossenheim und Heidelberg verfärbt hat, bleibt unklar – wird von den zuständigen Behörden verlautbart. Das ist inakzeptabel! „Experten“ sagten, dass viele Substanzen der Grund sein könnten. Eine Aussage darüber zu treffen, sei daher Spekulation – und dennoch wird das Wasser wieder freigegeben?

Es wäre ja gelacht, wenn die Fakultät für Chemie und Geowissenschaften der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg oder die deutsche chemische Industrie wie zum Beispiel in Ludwigshafen, nicht in der Lage wäre, den blauen Stoff zweifelsfrei zu bestimmen.

Das will man aber offensichtlich nicht. Sonst würde die besorgte Bevölkerung nicht mit dem dümmlichen Spruch der Stadt Heidelberg abgewimmelt, weil Wasser ein Naturprodukt sei, könne es je nach Beschaffenheit zu unterschiedlichen Färbungen kommen, ohne dass die Eignung als Lebensmittel beeinträchtigt werde.

Ich überblicke aus meinem eigenen Leben und den Berichten und Erzählungen meiner Eltern und Großeltern einen Zeitraum von gut 100 Jahren: Noch nie war das Trinkwasser blau verfärbt, das Wasser war stets farblos – auch in einem weißen Eimer, wie er im Wasserwerk Entensee zum Einsatz kam.

Als Ursache kommen Sabotage oder grobe Fahrlässigkeit einer oder mehrerer Personen in Frage, die eruiert und rechtlich belangt werden müssen, denn der Schaden ist nicht unerheblich. Sabotage scheint mir weniger wahrscheinlich, denn zwei voneinander unabhängige Wasserfassungen förderten blaues Wasser zu Tage. Herr Stöhr vom Dossenheimer Beregnungsverband liegt sicher richtig mit seiner Aussage: „Da muss was im Boden sein.“

Ja, bemühen sich denn überhaupt die Behörden von Heidelberg und Dossenheim unverzüglich abzuklären, was da im Boden ist? Es gibt Dünger, der blau gefärbt ist. Aus den USA kommen immer wieder Berichte, dass in Gegenden, in denen ölhaltiges Schiefergestein mit Wasser und Chemikalien aufgesprengt wird, blaues Wasser aus den Hähnen quillt. Wir lassen uns von den verantwortlichen Behörden nicht für dumm verkaufen, wir erwarten umfassende Informationen – und zwar ungefiltert.

Jürg Walter Meyer, Leimen

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