Leserbrief

Öffentlicher Nachverkehr Von wegen Sozialstaat

Busfahren ist ein teures „Vergnügen“

Radfahren kann ich nicht mehr, das Autofahren habe ich aufgegeben. Ich wurde zum Busfahrer.

Mit dem Bus von der Siedlung nach Brühl oder Rohrhof – Entfernung etwa 1,5 Kilometer – zu fahren, ist keine günstige Angelegenheit. Diejenigen, die keine Monats- oder Jahreskarte haben oder sich diese nicht leisten können, sind – zu zweit, hin und zurück – mit 8,80 Euro dabei. Den Real-Markt, höchstens 1,5 Kilometer entfernt, können sie mit dem Bus für 13,20 Euro erreichen. Wollen sie zu Hornbach, um die zwei Kilometer Distanz, kostet die Busfahrt 17,60 Euro.

Ein Krankenbesuch – zu zweit – ins Schwetzinger Krankenhaus kostet mit verbilligtem Stadtfahrpreis 12,80 Euro. In vielen Nachbarorten kann man für 1 Euro eine Wegstrecke abfahren. Vom Schwimmbad in Brühl nach Speyer – solo – 19 Euro. Die lange Fahrt nach Speyer mag vielleicht für den Brühler noch interessant sein, der noch nie in Reilingen war. Sozialstaat wo bist du?

Das große Dilemma: In Brühl sind die Ein- und Ausstiege an Bushaltestellen nicht alle an die Busse angepasst. Die Gesamthöhe ist dort zirka 30 Zentimeter. Nach der deutschen Industrienorm darf dieser Unterschied – unter Stufen – höchstens 17 Zentrimeter betragen. Wie soll ein Behinderter oder ein älterer Mensch, vielleicht noch mit Tasche und gar mit Rollator, die 30 Zentimeter überwinden? Für einige ist das nicht mehr möglich. Die Gefahr eines Sturzes besteht immer. Ich dachte in Brühl ist alles barrierefrei?

Theo Büchner, Brühl

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