Leserbrief

Wahlkampf SPD fordert seit Jahren Öffnung des Kaufland-Kreisels

Das ist kein guter Stil

Als neulich Karl Rupp und Carsten Petzold von den Freien Wählern zu einem Redaktionsgespräch bei der Schwetzinger Zeitung (SZ vom 14. Mai, Seite 11) saßen, waren danach in der Zeitung hauptsächlich Attacken auf SPD und CDU zu lesen. Das ist unter Demokraten und insbesondere unter Kommunalpolitikern kein guter Stil, aber im Wahlkampf leider nicht ungewöhnlich, solange es sich nicht gezielt um Falschmeldungen handelt.

Als Nordstadtbewohner habe ich mich besonders über eine Aussage geärgert, dass die beiden Herren der SPD unterstellen, sie würden jetzt ganz plötzlich die Öffnung des Turnerkreisels beziehungsweise Kaufland-Kreisels fordern.

Richtig ist, dass die SPD in Schwetzingen schon seit zehn Jahren das Thema Kreiselöffnung aufgegriffen hat und mit Plakatierung und Diskussionen („Turner rauf – Kreisel auf“) die Kreiselöffnung fordert. Im Archiv der Schwetzinger Zeitung wird man finden, dass sich die SPD seit Jahren klar für die Öffnung ausgesprochen und eingesetzt hat.

Die Verkehrssituation ist heute eine andere. Jahrelang ist täglich eine amerikanische Autokolonne vom Hegenisch zur Kaserne durch die Stadt gerollt und abends wieder zurück, die B535 war da noch in der Planung. Die Amerikaner sind weg, die B535 nimmt heute den gesamten Durchgangsverkehr in autobahnähnlicher Größe auf. Durch den Ort läuft nur noch der städtische Innenverkehr.

Nun sagen die beiden Herren, die Öffnung des Kreisels sei nicht „sinnvoll und nicht zielführend“. Was sie damit meinen, bleiben sie der Bevölkerung allerdings schuldig!

Als Nordstadtbewohner kann ich mich der Äußerung von Sarina Kolb von der CDU in Ihrem Interview mit der Schwetzinger Zeitung (SZ vom 18. Mai, Seite 12) nur anschließen. Auch sie ärgert sich – wie ich – über die miserable Verkehrsführung von Süd nach Nord, in der man gezwungen wird, durch die verstopften Straßen zu gurken, weil man am Kreisel die Straße sieht, wo man hinfahren möchte, aber nicht darf.

Die Freien Wähler predigen bei jeder Gelegenheit Bürgernähe, in diesem konkreten Fall sind sie jedoch meilenweit von den Bürgern entfernt. Ich empfehle den beiden Herren eine Exkursion in die Region, um zu erfahren, wie man innerstädtischer Verkehr durch Kreisellösung praktiziert und der dann auch funktioniert. Das ist dann „zielführend und sinnvoll“. Beispiel: Germersheim, keine Ampel – nur Kreisel!

Ich hoffe, der nächste Gemeinderat wird das Thema aktivieren, dann müssen die SWF-Leute Farbe bekennen und den Bürgern ihre antiquierten Argumente erklären.

Kurt Jäger, Schwetzingen

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