Leserbrief

Ideologien

Demokratie im Wandel der Zeit!

In weltweit vielen demokratisch geführten Regierungen lässt sich beobachten, dass das Demokratieverständnis bröckelt und Interpretationen erfährt, die nachdenklich stimmen. Es irritiert und ist wenig glaubhaft, wenn sich autokratisch orientierte Staatslenker als wahre Demokraten darzustellen versuchen, aber gleichzeitig selbstgerechte nationalistische Phrasen dreschen und Menschenrechte mit Füßen treten. Was läuft eigentlich in Gesellschaften schief, wenn „ideologisch verblendete Kleingeister“ und „politisch korrekte Pseudoschlaue“ ohne Weitsicht und Tiefgang mit fragwürdigen Ansichten, haltlosen Anfeindungen in höchste Machtpositionen gelangen können? Und, wie glaubhaft können dann diese „Protagonisten“ überhaupt sein?

Eine mögliche Antwort: Unzufriedenheit mit den Maßnahmen und Entscheidungen der politisch Verantwortlichen. Gerade das Beispiel Europawahl zeigt, wie Demokratie und Wählerwille ad absurdum geführt werden. Wenn auf höchster Ebene derart fragwürdige Entscheidungen, dass nicht gewählte Personen in höchste Staatsämter gehievt werden, als selbstverständlich gelten, dann erleidet die Demokratie irreversiblen Schaden.

Die Rückbesinnung auf demokratische Grundwerte und stetes Streben und Handeln danach sind unerlässlich, sonst gewinnen ex-treme Tendenzen durch das Verbreiten populistischen Gedankenguts mit unkalkulierbaren Risiken Oberhand. Bieten wir den machtgierigen Demagogen, geldgierigen, dogmatisch gesteuerten Eiferern und selbst ernannten Weltverbesserern die Stirn und vergessen nie, genau hinzuschauen und hinzuhören, auch zwischen den Zeilen. De-mokratie, ob parlamentarisch, re-präsentativ, direkt oder präsidial ausgeprägt und praktiziert, ist die beste Regierungsform.

Ehrlichkeit, Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Offenheit und Transparenz mit einem gesunden Maß an Kompromissbereitschaft, gepaart mit Respekt und Toleranz gegenüber Andersdenkenden, bilden die Grundlage für eine stabile und letztlich funktionierende Demokratie, als Garant für ein friedliches Miteinander in Freiheit. Von den in der Politik agierenden Entscheidungsträgern erhoffe ich mehr Mut zur Wahrheit. weniger Angst vor wechselnden Mehrheiten, ausgeprägtes altruistisches Handeln, Abkehr vom Denken in Legislaturzyklen und visionären und parteiübergreifenden Weitblick zum Wohle aller. Gerhard Kiermeier, Hockenheim

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional