Leserbrief

Spaziergang Eine Schilderung über den kleinen Ausflug in Oftersheim von ein paar Stunden

Der ganz normale, verrückte Alltag

Die Sonne kam gerade ein bisschen hinter den düsteren Wolken hervor und ich dachte, ich könnte mal ein wenig an die frische Luft gehen, bevor es wieder regnet. Ich trete aus dem Haus, das drei Zugänge inklusive zwei überdachten Durchgängen hat und sehe da als erstes ein kleines Hundehäufchen nebst einer Plastiktüte und einem Coffee-to-go-Becher sowie einer leerer Getränkeflasche liegen. Jetzt erfasste mich eine leicht wütende Stimmung und ich dachte mir, nimm’ doch mal alles, was dir als nicht in Ordnung auffällt, wahr und schreibe das auf.

Ich gehe also durch den Zugang in die Cafeteria auf die Mannheimer Straße in Oftersheim, da stellt gerade ein Paketzusteller sein Fahrzeug in verkehrter Richtung auf zwei Dritteln des Gehweges ab und es interessiert ihn in keiner Weise, dass da ein Halteverbotsschild steht und dass Leute mit Kinderwagen oder Rollator auf die Straße ausweichen müssen, weil sie auf dem Gehweg nicht vorbeikommen.

Nachdem ich den Fahrer angesprochen habe, sagte er mir, dass er da so parken dürfe,. Denn, wie solle er sonst seine Pakete an den Mann bringen. In diesem Moment kam der Bus von der Heidelberger Straße und hatte erhebliche Schwierigkeiten, sein Gefährt um die Ecke zu bringen. Der Zusteller nahm das wohl wahr, bewegte sich mit seinem Paket jedoch davon in Richtung Durchgang des Siegwald-Kehder-Hauses und erledigte seinen Auftrag.

Ich ging weiter Richtung Rathaus, da kommt mir ein Radfahrer auf dem Gehweg entgegen, der leider nur zwei Hände hatte, mit denen er sein Handy bediente und somit keine weiteren für das Lenkrad zur Verfügung hatte. Die beiden Ohren hatte er mit einem Kopfhörer abgedeckt, damit er in keiner Weise durch die Wahrnehmung des Verkehrs gestört werden konnte. Ich wechselte auf die gegenüberliegende Straßenseite und mir fiel sofort ein kleines, leeres Kräuterlikörfläschchen auf dem Fenstersims nebst einer leeren Pizzaschachtel auf dem Boden auf, das der gezwungenermaßen unterwegs Essenmüssende nicht gerne mit nach Hause nehmen wollte und damit freundlicherweise auf dem Fenstersims entsorgte. Ein Stückchen weiter muss ein Autofahrer angehalten haben, um seinen Aschenbecher von den Kippen der bereits gerauchten Zigaretten zu befreien, die auf dem Gehweg verstreut noch „Verwandte“ trafen.

Als ich beim Optiker durch den Durchgang ging, glänzte mir eine Unzahl ausgespuckter Kaugummis entgegen, so dass mich die Überlegung übermannte, was diejenigen noch alles ausgespuckt haben könnten – ein ekliges Gefühl.

Ich dachte mir, geh’ noch durch den Park nach Hause und erfreue dich an der Natur, setze dich ein bisschen auf eine Bank, jedoch muss da schon jemand vor mir gewesen sein, der anscheinend keinen Mülleimer zu Hause hat, denn er wusste nicht, dass man die Mülleimer, die die Gemeinde dort aufgestellt hat, benutzen darf und hat eben alles neben dem Abfallbehälter deponierte. Vielleicht wollte er das, was er nicht mehr braucht, der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Dass Derartiges von anderen nicht gebraucht wird, muss man mal öffentlich sagen, was ich hiermit tue.

Gisela Stratthaus, Oftersheim

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