Leserbrief

Fußball-Bundesliga Die verhätschelten Millionäre hätte man auf den Boden zurückholen müssen

Der Mammon siegt wieder

Nun ist es doch soweit: Die Kicker dürfen wieder kicken. Allerdings nur in der ersten und zweiten Bundesliga. Welch Anachronismus. Während die Dritt- und Viert- und weiteren Ligisten im Abseits stehen, wird den geldgierigen, realitätsfremden, überheblichen und an Selbstüberschätzung kaum zu überbietenden Bundesliga-Kickern erlaubt, was den anderen Sportlern verboten bleibt.

Der schnöde Mammon hat mal wieder gesiegt. Auch und leider in der Politik. Während man allerorten von Abstand halten spricht, dürfen die ach so an Geldmangel leidenden Kicker und geldverwöhnten Vereine selbstverständlich auf dem Fußballfeld Kontakt haben.

Wie soll das auch anders gehen? Etwa Zweikämpfe ohne Körperkontakt? Lass doch den Mann laufen und ein Tor schießen, ich darf ja keinen Kontakt haben. Haha, aber verlieren will ich ja nicht, also doch Kontakt?

Aber was passiert dann? Wird der Kicker dann zur Strafe ausgewechselt? Oder muss der eine Strafe zahlen? Nein natürlich nicht. Die Kicker genießen ja das Privileg, keine Kontaktsperre beachten zu müssen. Für andere Sportarten wurde nun auch teilweise wieder grünes Licht gegeben. Allerdings: Es sind weiterhin die kontaktintensiven Sportarten verboten! Also Basketball, Handball und Fußball.

Fußball? So steht es geschrieben und so wurde es von den Ministerpräsidenten abgesegnet. Also wie: Fußball ist auch im Allgemeinen verboten, da eine Kontaktsportart. Aber im besonderen Fall Fußball-Bundesliga gelten diese Regeln nicht. Warum auch? Wenn diese Regeln hier gelten würden, würden endlich mal die völlig überbezahlten und in keinem Verhältnis zur Leistung stehenden, verhätschelten Fußball-Profis sowie das gesamte Bundesliga-Umfeld auf den Boden der Tatsachen heruntergeholt.

Warum wird hier so mit zweierlei Maß gemessen? Die mit unverhältnismäßig und teilweise wahnsinnig hohen Summen verwöhnten Fußball-Bundesliga-Kicker sollten mal in Anbetracht der vielen am Existenzminimum stehenden anderen Menschen deutlich und freiwillig zurückstecken.

Mit den Wahnsinnsgehältern, die völlig unangebracht sind, kann man doch locker ein halbes Jahr überstehen. Während andere, mit sicherlich nicht so pekuniär gesegneten Mitteln ausgestatteten Arbeitnehmer und Einzelgeschäfte außen vor bleiben, wird den Kickern ein Privileg zugestanden, das sie absolut nicht verdient haben.

Denken wir nur an die vielen Gaststätten, Hotels, Friseure, Busunternehmen, Taxifahrer, Fitnessstudios, Kurzarbeiter und viele hier nicht Genannten, die leider keine solche große Lobby haben, wie die Fußball-Bundesliga.

Und glaube man ja nicht, wenn der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird, dass jeglicher Körperkontakt vermieden wird und nicht stattfindet. Man hat es ja am Beispiel Hertha BSC gesehen, wie das mit der Kontaktlosigkeit gehandhabt wird.

Der Körperkontakt gehört doch zum Sport. Und das wird sich zeigen – zum Beispiel bei Torerfolgen oder später in den Umkleidekabinen, da bin ich mir sicher.

Hoffentlich wird dann auch konsequent verfahren und dem privilegierten Bundesliga-Fußball ein Riegel vorgeschoben. Andere Sportarten haben hier schon eine Vorbildfunktion gezeigt.

Klaus Rausch, Neulußheim

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