Leserbrief

Fred Fuchs

Die Instrumente sind verschieden

Zum Artikel von Kinderreporter Fred Fuchs „Immer und immer wieder“ vom 7. Oktober wird uns geschrieben: Lieber Fred Fuchs! Ihr Füchse geltet ja als besonders klug; Ihr habt sogar eine eigene Oper: „Das schlaue Füchslein“ von Leos Janácek. Nun schreibst Du: „Die Leier ist ein Instrument, aus der ist die Drehleier entstanden, die wird auch Leierkasten genannt.“

Leider hast Du da zwei völlig verschiedene Instrumente verwechselt. Der Ausdruck „Leier“ kommt von der antiken „Lyra“, ein griechisches Zupfinstrument. Auch die Drehleier ist ein Saiteninstrument, bei der die Saiten nicht von einem Bogen, wie bei der Geige, sondern mit einem Holzrad angestrichen werden. Drehst Du an der Kurbel, erklingen alle Saiten auf einmal. Die Melodie erzeugt der Spieler, indem er mit Tangententasten die Saiten verkürzt. Die Drehleier hat keine automatische Melodie! Allein der Spieler bestimmt, was erklingt.

In der „Winterreise“ von Franz Schubert kommt auch die Drehleier vor: „Draußen vor dem Dorfe steht ein Leiermann…“

Nun, lieber Fred Fuchs, kommen wir zum „Leierkasten“, leider kein schmeichelhaftes Wort für die Drehorgel! Die hat Pfeifen, ist also keine „Leier“. Dreht der Spieler die Kurbel, bewegt er eine hölzerne Walze, auf der eine feste Melodie durch die Metallstifte programmiert ist. Blasebälge liefern die Luft (Wind) für die Pfeifen. Durch Zähnchen (Claves) werden die Stifte abgetastet, welche die Ventile zu den Pfeifen aufdrücken – die Melodie erklingt.

Hat die Stiftwalze eine Umdrehung absolviert, wiederholt sich das Stück solange, bis der Spieler anhält und durch Seitenverschiebung eine neue Melodie einstellt. Auf so einer Walze können sechs bis zwölf Stück notiert sein. Sind die Stifte durch häufiges Spielen abgenutzt, ist die Orgel „ausgeleiert“. Du kannst mich gerne mal in der Werkstatt besuchen; wir bauen gerade drei kleine Drehorgeln.

Martin Keßler, Schwetzingen

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