Leserbrief

Landwirtschaft Fragwürdiger Einsatz und nachhaltige Wirkung von Glyphosat / Ist es wirklich so unschädlich für den Menschen, wie propagiert wird?

Die Natur genießen – mit einem Beigeschmack

Was für ein herrlicher Tag. Die Sonne scheint, aber nicht zu heiß, ein blauer Himmel mit ein paar kleinen Schönwetterwolken. Mit dem Fahrrad unsere Natur genießen, ist ein Privileg. Es grünt schon überall. Es ist ja auch genügend Wasser da, noch – auch, wenn es nicht genug regnet. Die Landwirte fahren mit ihren Traktoren. Der ein oder andere besprüht seine Felder. Der Nebel wird vom Wind in eine wunderschöne Fontäne geweht, in ihm glänzt die Sonne – fast schon ein Regenbogen. Welche Idylle. Wer mag dabei schon an Pestizide im Allgemeinen oder Glyphosat im Speziellen denken oder gar daran, diese Stoffe beim Radeln, spazieren gehen oder joggen einzuatmen. Aber bitte! Wir sind Genussmenschen! Genüsslich sieht unser Obst und Gemüse aus. Auch noch lange nach dem Kauf. Es soll doch auch alles perfekt sein. Unser Anspruch und der Anspruch der Produzenten, der dem Kunden seinen Wunsch erfüllt, vielleicht sogar suggeriert. Wie praktisch. Auch, wie schön ordentlich die Felder aussehen. Ohne Unkraut, doch das sagt man heute nicht mehr – Wildkräuter ist das richtige Wort. Wildkräuter, die von den Insekten dringend gebraucht werden – ihr Lebensraum. Aber was interessiert schon deren Interesse. Sie können sich ja nicht lautstark wehren. Wehren konnte sich übrigens ein Ehepaar im kalifornischen Oakland gegen Monsanto, weil sie durch „Roundup“ – ein Totalherbizid – welches Glyphosat enthält und im Verdacht steht, krebserregend zu sein, an einem Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt sein sollen. Die Geschworenen waren jedenfalls der Ansicht. Aber auch zwei Milliarden Dollar Schadensersatz ersetzen das Leben nicht. Nach Aussage von „MDR Wissen, die großen Fragen unserer Zeit“ vom 19. November 2017 wird Glyphosat, um vor der Aussaat alles zu vernichten, bereits da schon vielfach auf den Acker gespritzt. Oft wird auch das Saatgut vor der Aussaat mit Pflanzengiften behandelt, womit die Pflanze selbst für bestimmte Insektenarten giftig wird. Manchen ist diese trügerische Idylle dann doch zu „sauber“. Glyphosat soll sich ja auch in unseren Körpern absetzen. Na super. Hat sich nicht auch Amalgam in unseren Körpern bemerkbar gemacht? Kennen Sie das überhaupt noch? Das, was wir im Mund tragen oder trugen – muss übrigens zum Sondermüll. Aber wir schweifen ab – und drehen ab. In den herrlich aussehenden Sprühregen möchten wir nicht auch noch direkt hinein fahren. Glyphosat zum Beispiel wird übrigens von den Pflanzen über die Blätter aufgenommen und jede nicht genetisch angepasste Pflanze geht davon ein. Also bleiben die genetisch angepassten erhalten (nachzulesen bei „n-tv Wissen“ vom 9. November 2017). Für uns. Die essen wir dann. Natürlich in verarbeiteter Form, zum Beispiel als lecker duftendes Brot. Vielleicht atmen wir die verschiedenen Pestizide bei unseren Radtouren oder Spaziergängen auch dann noch ein, wenn die Landwirte, die sie benutzen, mit ihren Traktoren längst weg sind? Wer weiß. Eine schöne Fahrt dann noch.

Birgit und Michael Cromer, Altlußheim

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