Leserbrief

Zirkelsanierung Wir sind doch nicht im Europark Rust

Disneyland Schlossgarten?

Oh! Schreck lass nach! Was waren wir entsetzt, als wir jetzt an dem nördlichen Schlosszirkel vorbeikamen und die verschiedenen Farbmuster sahen, mit denen der herrliche Sandstein besudelt ist! Man muss durchaus nicht aufmerksam sein, wie es die SZ schreibt: so eine Untat fällt sofort ins Auge! Von weitem!

Gewiss muss der Sandstein saniert werden. Auch wir sehen, dass er an vielen Stellen brüchig und rissig ist und schon einige Male ausgebessert wurde. Aber anstreichen?! Das sollte sich das Staatliche Hochbauamt noch einmal durch den gescheiten (?) Kopf gehen lassen.

Das Argument, auf Grund eines Gutachtens durch Farbpartikel wisse man über die Farbgeschichte des Schwetzinger Schlosses über 250 Jahre sehr genau Bescheid und wolle so das historische Erbe wahren, führt in die falsche Richtung, wie es schon ein anderer Leserbriefschreiber in der SZ äußerte. Mit diesem Argument müsste man den Speyerer Dom auch wieder bemalen – ganz einfach, weil der mal bemalt war! Aber wollten wir das heute?

Anscheinend wird von den „Experten“ im Landesdenkmalamt nur noch diskutiert, welche Farbe zum Zuge kommen soll. Mit dieser Entscheidung wird der natürliche, in der Sonne so herrlich changierende Sandstein zu einer Disney-Fassade, so dass man glaubt, im Europapark in Rust zu weilen. Man sehe sich doch nur das Badhaus an! Was für Farben man dort immer wieder aufbringt, sie platzen wieder ab, was dann echt hässlich aussieht.

Es müsste doch gelingen, den Sandstein mit Silikaten zu stabilisieren, ohne ihn anzuschmieren. Eine Verkieselung oder eine Behandlung mit Flüssigglas wären eventuell eine Alternative und sollten von den Entscheidern in Betracht gezogen werden, bevor man einfach anstreicht. Die Zirkelsäle trifft voll die Wetterseite! Einem einmal getätigten Anstrich werden alsbald weitere folgen müssen – sofern man dazu dann gerade die Mittel bereit hat.

Daher sollte noch einmal abgewogen werden, ob man wirklich anstreichen will, ein „Zurück“ gibt es danach nur noch schwerlich.

Klaus Tremmel, Ketsch

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