Leserbrief

Gewalt im Fußball Punktabzug für die erste Mannschaft und notfalls der Zwangsabstieg sollten drohen – nicht erst im Wiederholungsfall

Drastische Strafen, aber wo es wehtut

Zum Artikel „Neue Gewalt auf Fußballplätzen“ (SZ vom 20. November) wird uns geschrieben: Das Thema schwelt doch schon länger im unteren Amateurbereich und vor allem im Jugendfußball. Es betrifft nicht nur die Gewalt gegen Schiedsrichter. Liebe Verantwortliche im Verband: Alle Programme, Veranstaltungen und Appelle laufen ins Leere, wenn nicht parallel dazu Strafen erfolgen. Die bislang verhängten Strafen brachten nicht den Erfolg.

Bereits vor Jahren referierte bei einer Fortbildung ein Sportrichter über dieses Thema. Schon damals schlug ich vor, dass nicht erst im Wiederholungsfall (was leider häufiger vorgefallen ist) drastische Strafen erfolgen müssen. Die betreffenden Vereine müssten neben den direkt Betroffenen auch an der Spitze, dort wo es richtig schmerzt, bestraft werden. Nämlich Punktabzug für die erste Mannschaft und im Wiederholungsfall Zwangsabstieg. Ja, dazu müssten die Satzungen geändert werden. Warum aber nicht?

Ok, dann werden manche Vereine keine Jugendmannschaften mehr melden. Macht ja nichts, es gibt ja Gott sei Dank noch Vereine, die Jugendarbeit verrichten. Diejenigen, die das nicht machen, werden zwar heute schon sanktioniert, aber offenbar ist auch hier die Schmerzgrenze lange nicht erreicht. Auch ist der Fernsehfußball als Vorbild denkbar ungeeignet und sollte eigentlich mit einem Jugendschutz versehen werden. Oder man geht seitens des DFB endlich voran und unterbindet diese unsäglichen Diskussionen schon bei einem Einwurf, geschweige denn das penetrante Annähern an Gegenspieler, Schiedsrichter und deren Assistenten. Andere Sportarten sind uns hier meilenweit voraus, aber auch der Frauen- und Mädchenfußball.

Ein weiterer Schritt wäre, schon im Jugendbereich Spielbeobachter zu entsenden. Auch zu Spielen ohne vom Verband eingesetzte Schiedsrichter. Was die wohl berichten? Hier muss ein Ansatz her, um die Vereine, Eltern und vor allem Trainer mehr zu sensibilisieren, was den Umgang mit den Jungschiedsrichtern betrifft.

Als nächster Ansatz müssen die Kinder im Fußball anders ausgebildet werden. Auf und neben dem Platz. Geht in die Statistik, in welchen Klassen die meisten Spielabbrüche geschehen. Das sind nicht Landesliga und weiter aufwärts. Hier müsste schnellstens ein Umdenken und Handeln her, ansonsten wird wohl das passieren, was Sebastian Koch im letzten Absatz seines Kommentars geschrieben hat.

Uwe Pal, Reilingen

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