Leserbrief

Air Berlin Massenerkrankungen und die Diktatur der Ärzte

Druckmittel Krankenschein

Die sogenannten Massenerkrankungen bei Piloten der Air Berlin bringen eine üble Praxis ans Tageslicht, die bei uns gang und gäbe ist.

Krankheit wird als Druck- und Kampfmittel gegen den Arbeitgeber eingesetzt und die Ärzteschaft - die wenigen Ausnahmen mögen mir verzeihen - macht bei diesem bösen Spiel mit. Denn irgendjemand muss ja die Erkrankung feststellen und attestieren. Das machen unsere Ärzte bedenkenlos und wider besseres Wissens. Das ist auch der Hauptgrund für die extrem hohe Zahl psychischer Erkrankungen - nicht etwa der oft publizierte "Burn-Out" wegen Arbeitsüberlastung oder wegen zu hohem Arbeitstempo und Erreichbarkeit "rund um die Uhr".

Der Medizinische Dienst bleibt wirkungslos, weil er in der Regel nach Aktenlage den ärztlichen Befund bestätigt und die Krankenkassen bleiben in den ersten sechs Wochen, das heißt in der Zeit der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, regungslos, weil ihre Kasse solange ja gar nicht in Anspruch genommen wird.

Die meist links angehauchten Arbeitsrichter folgen auch gerne den ärztlichen Attesten und das Wort "Gefälligkeits-Attest" ist doch eine liebe und verharmlosende Um-schreibung eines Straftatbestandes.

Von einer neuen Regierung würde ich mir wünschen, dass sie sich diesem Problem gesetzgeberisch eventuell durch die Einführung von Karenztagen annimmt und die Arbeitsgerichte damit zwingt, diesen Betrug nicht weiter mitzumachen.

Übrigens: Ich schätze, dass 95 bis 98 Prozent der Arbeitnehmer anständig sind und ihren Betrieb nicht schädigen wollen. Denen, die diesen Missbrauch ausnutzen, sollte man aber meiner Ansicht nach das Handwerk legen.

Frank Schmeckenbecher,

Hockenheim

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