Leserbrief

Mäzenatentum Dietmar Hopp hat viel für die Kurpfalz getan / Ein Vorbild mit großem Herz

Edel sei der Mensch – hilfreich und gut

Ob Dietmar Hopp weiß, wie vielen Menschen er mit seiner Stiftung hilft und wie viele Menschen er glücklich macht? Sicherlich nicht! Denn sein Engagement ist so umfangreich und vielfältig und geht weit über die Grenzen unserer Region, der Kurpfalz, hinaus.

Die geförderten Projekte in den Bereichen Medizin, Soziales, Hospiz- und Palliativversorgung, Bildung und Sport, sind unterschiedlich in der Art. Umgerechnet spendet Dietmar Hopp jeden Tag zirka 76 000 Euro. Eine Menge Geld, das der Allgemeinheit, also uns Bürgern, in irgendeiner Form zugutekommt.

Und nicht jede Unterstützung, die er gewährt, kommt an die Öffentlichkeit, sie bleibt oft im Verborgenen. Aber Aktionen, wie „Anpfiff fürs Leben“, „Alla hopp!“, „Erforschung von Krebsstammzellen“, „Starke Weggefährten (Sterbebegleiter)“, um nur einige zu nennen, und vor allem der Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim sind in aller Munde. Hopp unterstützt sinnvoll und nachhaltig, wo öffentliche Mittel nicht reichen oder fehlen.

Als einer der Gründerväter der SAP im Jahre 1972 ist Dietmar Hopp ein sehr erfolgreicher Jahrhundert-Unternehmer, der zusammen mit seinen weiteren vier Mitgründern über 14 000 Arbeitsplätze in Walldorf und St. Leon geschaffen hat, weltweit sind es sogar über 88 000 – nach heutigem Stand. SAP wächst dynamisch und ist nach Umsatz der größte europäische (und außeramerikanische) Softwarehersteller sowie der weltweit viertgrößte. SAP ist das wertvollste Unternehmen im Dax und trägt maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg unserer Region bei. Der Sitz des Weltunternehmens ist nicht in irgendeiner Metropole, sondern hier bei uns in Walldorf.

Aber alle Anfänge sind bekanntlich schwer, und das Sprichwort bewahrheitet sich: „Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt“. So erinnert sich Dietmar Hopp: „Tagsüber schrieben wir mit Bleistift Programme und lochten diese ab. Nachts bekamen wir Zeit am Großrechner der ICI, um die Programme zu testen.“ Es reiht sich Nachtschicht an Nachtschicht. „Romantische Anfänge? Wir haben sieben Tage die Woche g’schafft“, erinnerte sich auch sein zwischenzeitlich verstorbener Kollege Klaus Tschira. Nur der Freitagnachmittag war heilig: Es konnte passieren, was wollte, die Gründer trafen sich zum Fußballspielen.

Schon im Jahre 1995 gründete Dietmar Hopp seine gemeinnützige Stiftung, die heute zu den größten Privatstiftungen Europas zählt. Er brachte zwei Drittel seines Vermögens ein, ein Mäzen und Stifter mit einem großen Herzen. Er hat die Anfänge seiner Entwicklung, seines Wirkens nicht vergessen und erinnert sich an die mageren Jahre seines Lebens. Doch er hat seinen Reichtum selbst erschaffen! Ein von ihm häufig benutztes Zitat lautet: „Eigentum verpflichtet. Reichtum verpflichtet noch mehr.“ Daher ist es ihm ein Anliegen, die Gesellschaft an seinem Wohlstand teilhaben zu lassen. Denn Dietmar Hopp könnte auch seinen Reichtum anderweitig verwenden.

Mit sympathischer Bescheidenheit betont Dietmar Hopp immer wieder seine Dankbarkeit, hier in der Region und dann weltweit erfolgreich gewesen zu sein und dabei viel Glück im Leben gehabt zu haben. Davon möchte er etwas zurückgeben, fügt er glaubhaft hinzu. Seine Taten bezeugen das.

Als ich in diesen Tagen das Foto von Dietmar Hopp bei der Übergabe seiner 100-Millionen-Euro-Spende an das Universitätsklinikum Heidelberg in unserer Zeitung sah, um das „Neue Herzzentrum für Therapie und Forschung als internationaler Schrittmacher“ zu errichten, war ich ergriffen und voller Dankbarkeit gerührt.

Ich weiß, dass Dietmar Hopp für seine Leistungen zu Recht schon viele Ehrungen erfahren und erhalten hat, aber als Bürger dieser Region empfinde ich es als meine Pflicht – und es ist mir eine Herzensangelegenheit – mit meinem Dank an die Öffentlichkeit zu gehen. Ja, Dietmar Hopp, ein erfolgreicher Unternehmer, Mäzen, Stifter, ein Mensch mit Verantwortung und großem Herzen, ein Vorbild, hat die hohen Anforderungen von Johann Wolfgang von Goethe erfüllt: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“.

Rolf Heidemann, Neulußheim

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