Leserbrief

Sauberkeit Städte sollten „Schmutzfinken“ zur Kasse bitten

Ein Bravo für Amsterdam

Bravo, Amsterdam! Die Stadt greift durch – sehr gut! Bei einer Tour durch die einsame Eifel besuchten wir im Juli Aachen, die Stadt, die mit Karl dem Großen untrennbar verbunden ist und wo auch der Karlspreis verliehen wird. Interessant, im Rathaus zu sehen, wer diesen bekommen hat. Der historische Kern mit dem Dom und seinen Schätzen ist eine Reise wert; die Stadt selbst, wir waren enttäuscht, ist maßlos verdreckt!

Da wir Maastricht unbedingt einmal kennenlernen wollten, machten wir einen Abstecher ins kurz entfernte Luxemburgische. Welch ein Unterschied! Dort sind Gehwege, Straßen und große Plätze so sauber, dass man nur Staunen kann, wie das wohl geht. Und das bei überall gepflasterten Wegen! Nicht eine Kippe, kein Kaugummi, nirgends! Auch kein Abfall oder Hundekacke! Wie machen die das dort, haben wir uns gefragt – wir sind mehrere Stunden durch Maastricht gepilgert. Das Publikum wirft nichts weg und spuckt nicht auf die Straße. Ob die Stadtverwaltung dort, wie morgens in Paris, die Gehsteige mit Wasser reinigt? Wir wissen es nicht.

Wenn ich mir unsere Innenstädte anschaue, dann wird mir übel! Obwohl viel Steuergeld ausgegeben wird, um die Städte lebens- und einkaufenswert zu gestalten, komme ich mir vor wie auf einer Müllhalde. Streetfood „to go“ – die Reste landen neben dem Mülleimer, nur schwer zu entfernende Kaugummiflecken überall! Was nützt da das schöne, helle Pflaster in der Mannheimer Fressgasse? Bald wird ob der allgemeinen Disziplinlosigkeit wieder alles verdreckt sein.

In der SZ las ich nun, dass es in Amsterdam 140 Euro kosten soll, wenn man den öffentlichen Raum verdreckt; eine stolze Summe! Bravo! Auch bei uns sollte diese Ordnungswidrigkeit richtig Geld kosten, es müsste nicht einmal so teuer sein.

Für ein solches, sehr berechtigtes Abkassieren hätten die Leute wohl mehr Verständnis als für das Aufstellen von Blitzern an den falschen Plätzen. Es würde eine Menge Geld in die öffentlichen Kassen spülen! Von Freunden, die asiatische Länder besuchten, habe ich übrigens Ähnliches gehört. Dort gibt es für Schmutzfinken null Toleranz, es wird teuer, einfach etwas auf die Straße zu werfen. Wo bleibt bei den Kommunen Wille, Mut und Personal, um mehr Sauberkeit durchzusetzen, anstatt alles für viel Geld reinigen zu lassen? Die Kosten für die Pflege würden sich gewiss amortisieren.

Klaus Tremmel, Ketsch

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