Leserbrief

Nato Wer fragt uns eigentlich, ob Nord-Mazedonien Mitglied werden soll / Gesucht werden Politiker mit Rückgrat

Ein inzwischen fragwürdiges Konstrukt

Der Nordatlantische Verteidigungspakt – das ist ein fragwürdiges Konstrukt. Nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet unter der Führung der Amerikaner und Engländer, den Siegermächten, zur Verteidigung West-Europas gegenüber der anderen Siegermacht, der damaligen Sowjetnion. Die BRD musste zum Schutz seines Territoriums beitreten, da es sich bedroht fühlte, was zur damaligen Zeit sicherlich richtig war.

Die Geschichte kennt man, viele Jahre standen sich in West-BRD und Ost-DDR stationierte Waffen gegenüber, auch Atomsprengköpfe. Erst eine andere Politik im Westen und ein anderer Machthaber in Moskau öffneten eine Veränderung, die schließlich zur Vereinigung Deutschlands führte.

Und heute, die USA verlegt Waffensysteme von Deutschland nach Polen, die Nato hält Manöver in der Ostsee ab, Trump kündigt den Atomwaffen-Sperrvertrag, der das Ziel der Abrüstung der Atomwaffen verfolgte, die USA errichtet ein Militär-Krankenhaus in Ramstein im benachbarten Rheinland-Pfalz.

Und nun die Meldung, dass der umbenannte Staat Nord-Mazedonien Mitglied der Nato wird. Wer fragt uns Bürger – ebenso bei der Europäischen Union – ob wir das wollen? Soll sich die Nato vom Westen Frankreichs bis nach Armenien ausweiten. Die Türkei ist schon Nato-Partner – eine gefährliche Entwicklung. Nach meiner Ansicht fühlt sich Russland zurecht bedroht, die Nato rückt immer näher an dieren Grenze.

Wir wollen kein Wettrüsten. Es gibt so viele Probleme auf unserer Erde. Überbevölkerung, Wachstumswahn bei endlichen Rohstoffen, die Suche nach einem neuen Islam, tolerant gegenüber anderen Religionen, aber im Glauben standhaft. Auch heute noch, im Jahr 2019, sollte eine Geschichte wie „1000 und eine Nacht“ möglich sein, ohne dass Fanatiker in den handelnden Personen den Teufel sehen. Gesucht werden Politiker mit Rückgrat, die nicht nur an ihre Wiederwahl denken. Altbundeskanzler Kohl hat tausende deutschstämmige russische Staatsbürger ins Land geholt, um ihnen Lebensperspektive zugeben, aber auch, damit er die Wahl gewinnt.

Wir, die schon länger hier leben, möchten Politiker, die unsere Interessen vertreten. Dazu gehört meiner Ansicht nach ein neuer Generationenvertrag, staatlich geförderte Altersteilzeit, keine Mehr-Belastung der jungen Generation, bezahlbarer Wohnraum im Umland der Zentren. Und wenn eine unkontrollierte Expansion der Nato droht, eine Unabhängigkeit nach dem Beispiel der Schweiz.

Jürgen Gold, Reilingen

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