Leserbrief

Klimaschutz Fragwürdige Beratung des Umweltministeriums

Es gibt auch gutes CO2

Gerade hat uns ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes den ungeheuren technisch-administrativen Alptraum „deutsche Maut“ erspart, da droht uns bürokratisches Ungemach aus dem Hause Svenja Schulze (Umweltministerium). Das aus den Auspuffrohren, Kaminen und Schloten von Benzin-, Diesel-, Heizöl- und Erdgas-Verbrauchern stammende, nach allgemeiner Einschätzung klimaschädliche Verbrennungsprodukt CO2 soll im Sinne einer klimaschonenden Ergänzung der Mineralölsteuer „bepreist“ werden, zu Anfang mit 35 Euro pro Tonne. Ziel: die sukzessiv gesteigerte Treibstoffeinsparung. Es drängt sich die Frage auf, warum man nicht einfach die Mineralölsteuer um einen der geplanten CO2-Steuer entsprechenden Betrag erhöht bis zur „CO2-Freiheit auf deutschen Straßen“? Hier kommt ein irrationales Moment in die von drei Instituten beratene Klimainitiative Svenja Schulze. Man glaubt, die vom CO2-Anstieg ausgehende Klimagefährdung dadurch ins allgemeine Bewusstsein zu rücken und eine entsprechende Opferbereitschaft zu erzielen, dass der Übeltäter beim Namen genannt und bei jedem Tankvorgang wahrgenommen wird. Über diese permanente Ermahnung soll das bewirkt werden, was zu Zeiten der Ölpreisschocks in den 1970er Jahren nicht gelang: eine drastische Brenn-und Treibstoffeinsparung via CO2-Verteufelung. Was dieses Vorhaben der Lächerlichkeit preisgibt, ist das Ignorieren einer existenziell wichtigen Eigenschaft des CO2 – nämlich die als Holzbaustoff für unzählige Pflanzen. In Anbetracht des bescheidenen Niveaus der Verlautbarungen der beratenden Institute muss man es für möglich halten, dass man die aufgezeigte argumentative Fehlleistung dadurch zu heilen versucht, dass man zwei Sorten CO2 einführt: eine gute, die sich in der Atmosphäre befindet und von der Flora bei der Assimilation genutzt wird, und eine klimagefährliche Sorte CO2, die aus Auspuffrohren und Kaminen stammt.

Dr. Felix Conrad, Hockenheim

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