Leserbrief

Sicherheit für Radfahrer Was auf dem Schulweg passiert, ist für jeden, der nachdenkt, ein Ärgernis

Es interessiert weder Eltern noch Rektoren

Zum Leserbrief „Schüler auf Rad(ab)wegen“ vom 28. November) wird uns geschrieben: Hans-Peter Rösch fragt sich, ob sich niemand darum kümmert, wie sich die Schülerinnen und Schüler im Straßenverkehr verhalten; überqueren von neuralgischen Punkten ohne Handzeichen und ohne nach rechts und links zu schauen, fahren über den Rewe-Parkplatz zur Abkürzung der Wegstrecke. Die Frage kann ich Ihnen beantworten: Nein, das kümmert niemanden.

Weder das Ordnungsamt noch die Polizei, noch die Schulleitungen der Oststadtschulen, noch die Eltern. Allerdings besteht diese Gefahr nicht erst seit gestern, sondern seit vielen Jahren. Ich hatte meinen ersten Unfall 2004, als mich ein Schüler über den Rewe-Parkplatz und ohne zu schauen in die Hölderlinstraße einbiegend vom Fahrrad geholt hat. Bei mir blieb es bei ein paar Prellungen und der Schüler hat sich auch nicht weiter verletzt. Ein Jahr später fuhr mir ein Schüler an gleicher Stelle und aus gleichem Grund ins Auto, auch da ist nichts weiter passiert.

Aktuell wird die Hölderlinstraße in eine Einbahnstraße umgewandelt, damit die Gefahr für die Jugendlichen, wenn sie vom Parkplatz des Einkaufsmarktes in die Hölderlinstraße einbiegen, geringer wird. So gefordert von einem Achterrat (wer auch immer das ist) vor dem Gemeinderat, damit ihr Schulweg sicherer wird. Warum ihnen nicht einfach geantwortet wurde, dass ihr Schulweg sicher sei, wenn sie durch die Scheffelstraße fahren und die dortigen Fahrradwege benutzen, bleibt das Geheimnis des Gemeinderats.

Die Schulleitungen sind der Meinung, dass es sie nicht interessiert, was die Schüler außerhalb des Schulhofs machen. So wurde es mir gegenüber wiederholt kommuniziert. Es interessiert auch niemanden, dass die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg vom Rewe zurück zu den Schulen den Abfall in den angrenzenden Straßen oder den Vorgärten der Anwohner entsorgen.

Genauso wenig interessiert es jemanden, dass die jungen Menschen in Corona-Zeiten in den Pausen und Freistunden zu sechst, zu acht, zu zehnt – zwei Haushalte? – ohne Abstand und ohne Maske zum Einkaufen pilgern. Da haben Sie, Herr Rösch, zwei Möglichkeiten: Entweder ärgern Sie sich jeden Tag darüber oder Sie versuchen immer wieder nicht hinzuschauen.

Sie haben ja das Glück, nicht in einer der betroffenen Straßen zu wohnen, da müssen Sie es nicht so oft mit ansehen. Ich habe schon vor einigen Jahren meinen Arbeitsbeginn nach hinten verlegt. So gehe ich erst aus dem Haus, wenn die Schule schon begonnen hat, und komme zurück, wenn die Schule schon längst aus ist. So sehe ich das Ärgernis nur noch im Urlaub und ein Vorteil hat der Winter: Wenn ich durch unsere Straße nach Hause fahre, ist es dunkel, da sehe ich auch den weggeworfenen Müll nicht. Denn leider, trotz des Wissens, dass es besser ist, nicht hinzuschauen, ärgert es mich auch nach so vielen Jahren immer noch, immer wieder mal. Cornelia Hertlein, Schwetzingen

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