Leserbrief

Bahnhof in Neulußheim Kritik an Dauer der Sanierungsarbeiten und an Planungsfehlern

Es ist eine Schande!

Wir sind vor 31 Jahren nach Neulußheim gezogen und ich erinnere mich noch ziemlich genau, dass ich vor Überraschung die Luft anhielt, als ich zum ersten Mal den Neulußheimer Bahnhof benutzte und die unsäglichen Graffiti-Schmierereien sah, mit denen von irgendwelchen „Künstlern“ die Wände „verziert“ waren. Für auswärtige Besucher muss das wohl für viele Jahre ein beeindruckendes Erlebnis gewesen sein.

Viel ärgerlicher war und ist aber bis heute die Art und Weise, wie man die Bahnsteige erreichen und wieder zurück auf den Parkplatz kommen kann. Wenn man in einem gewissen Alter gezwungen ist, zwei für eine Urlaubsreise gut gepackte Koffer plus eine Umhängetasche zuerst die Treppe hoch und dann zum Bahnsteig hinunter zu schleppen, dann vergeht einem schon vor der Reise jede Vorfreude am Urlaub. Und diese sportliche Leistung muss ja dann bei der Rückkehr auch wieder in umgekehrter Richtung absolviert werden.

Als dann vor einigen Jahren der Umbau des Bahnhofs sogar mit einem Aufzug angekündigt und tatsächlich auch begonnen wurde, atmeten wohl viele Bahnbenutzer aus Neulußheim und Umgebung auf: Endlich geschieht was!

Was seither bis heute geschah, mussten wir aber auch wieder zur Kenntnis nehmen. Es gab eine Verzögerung nach der anderen, es gab und gibt Zeiten, in denen mal wieder überhaupt nichts geschieht, es gab Planungsfehler – zum Beispiel die fehlende Überdachung zwischen Treppe und überdachtem Bahnsteig. Kurz: Diese Baustelle ist seit Jahren eine einzige Katastrophe. Ein schönes Beispiel ist insbesondere der Aufzug, der seit langer Zeit mit Brettern vernagelt ist und vielleicht in irgendeiner fernen Zukunft fertig wird. Der Berliner Flughafen diente wohl als Beispiel.

Ich selbst war während meiner aktiven Zeit einige Jahre auch im Kraftwerksbau beschäftigt und ich kann mich noch gut erinnern, wie passgenau die einzelnen Gewerke und dann auch die gesamte Anlage zeitlich abgeliefert werden mussten, falls nicht, war eben eine Pönale fällig und zu bezahlen.

Meiner Meinung nach sollten sämtliche an Planung und Ausführung beteiligten Personen wegen Unfähigkeit zuerst zur Verantwortung gezogen und anschließend entlassen werden. Nochmals: Es ist eine Schande und alle Beteiligten sollten sich schämen, so eine Arbeit abliefern zu wollen!

Horst Auer, Neulußheim

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