Leserbrief

Alt werden Die persönliche Schicksalsbetrachtung eines Kurpfälzers im Seniorenalter

„Es wäre schöner, wenn es schöner wäre“

Dieses bekannte Zitat fiel einem Kurpfälzer ein, der seit mehr als 80 Jahren im Großraum Mannheim lebt. Nach einem Sportunfall verlor er vor acht Jahren seinen linken Unterschenkel. Von einem zum anderen Tag wurde aus dem erfolgreichen Hochspringer ein Invalide. Zweieinhalb Jahre verbrachte er in verschiedenen Kliniken und Rehaeinrichtungen. Ein Spezialist erstellte ein Gutachten. Danach musste der Schwerbehinderte sein Haus verlassen. Seine Ehefrau war der neuen Situation nicht gewachsen und reichte die Scheidung ein. Hier macht der Autor des Leserbriefs einen großen Sprung. Fast sechs Jahre lang lebte er in einer Einrichtung des betreuten Wohnens. Doch dann schlug das Schicksal erneut zu. Nach zwei Schlaganfällen verlor er das rechte Auge. Mehrere Operationen in Mannheimer und Heidelberger Kliniken zwangen ihn zum Umzug ins Pflegeheim.

Hier holte ihn das Schicksal noch einmal ein. Diesmal kämpfte er mit den Umständen der neuen Umgebung. Eine nochmalige Operation wirft die Frage einer Betreuung auf. Rechtliche Fragen werden mit der Richterin des Amtsgerichts Schwetzingen erörtert. Diese winkt ab. Eine ähnliche Position nimmt ein Rechtsanwalt aus der Kurpfalz ein.

Unzufrieden ist unser Kurpfälzer mit der Leitung des Pflegeheims. Auf eine Routineangelegenheit muss er drei Wochen warten. Endlich wird Audienz gewährt. Sie findet zwischen Eingang und Ausgang einer 90 Zentimeter breiten Türöffnung statt.

Zum guten Schluss der Spruch des Kurpfälzers: „Es wäre schöner, wenn es schöner wäre!“

Inzwischen hat ein Boxkampf zwischen zwei Pflegeheimbewohnern stattgefunden – Rollstuhl gegen Rollator.

Peter Dewitz, Brühl

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