Leserbrief

Waldschäden Habe viel Freude im Schwetzinger Hardtwald

Ganz andere Erfahrungen

Zum Leserbrief „Wald retten und mehr für Erholung tun“ in der SZ vom 17. August wird uns geschrieben: Dem sehr kritischen Bericht über die Schwetzinger Hardt mit ihren „scharfkantigen Schotterwegen“ von Werner Jäkel möchte ich meine guten Erfahrungen mit einem großen Teil dieses Gebietes entgegenhalten.

Ich bewege mich regelmäßig per Rad, als Jogger oder als Nordic Walker im Waldgebiet von der Hardtwaldsiedlung im Norden bis zum Walldorfer Reitplatz im Süden (sechs Kilometer), östlich begrenzt durch die B 291 Schwetzingen-Walldorf, westlich begrenzt durch die Waldstraße von der Hardtwaldsiedlung (TSV Oftersheim) zum Ring und zirka drei Kilometer A 6 ab der Contibrücke.

In diesen etwa 15 Quadratkilometern befindet sich ein Netz von gut 20 Kilometern teils asphaltierten, teils mit hellem festgefahrenen Feinsplit bedeckten schlaglochfreien Wegen, an denen Radler und Jogger nichts zu meckern haben. Nur für Radler geeignet sind weitere fünf Kilometer entlang der B 291. Markante gute Stücke sind der Ketscher Weg und der Pumpwerkweg. Wer sich gern auf weichem Waldboden bewegt, dem stehen zahlreiche unbefestigte Forstwege mit Laub, Nadeln, Moos und (im Herbst) Pilzen zur Verfügung. Als Ausgangspunkt eignet sich der Waldparkplatz vor der Pumpwerkbrücke. So viel zum lobenswerten Wegenetz im westlichen Schwetzinger Wald.

Was den heftig beklagten Zustand des Waldes betrifft, so bin ich geradezu begeistert von dem saftig-grünen, dichten Bewuchs der Wegränder mit allerlei Büschen und jungen Bäumen, vor allem Buchen. Die in diesem Gebiet nach der Notabholzung verbliebenen Baumruinen nimmt man beim Sport kaum wahr. Man hat den Eindruck, dass durch den Verlust wegenaher Bäume Licht und Luft für jungen Laubholzbewuchs geschaffen wurde. Dieser wirkt teilweise wie eine Jungbuchenallee und bietet dem Jogger und Walker eine Extraportion Sauerstoff aus nächster Nähe.

Forstwirtschaftlich gesehen hat der Schwetzinger Wald sicher unter der ungewöhnlichen Trockenheit mit der entsprechenden Borkenkäferinvasion gelitten. Aber für die Freiluft-Bewegungsenthusiasten hat er durch die Zunahme des erstaunlich saftig-grünen Bewuchses der Wegränder an Attraktivität eher gewonnen.

Dr. Felix Conrad, Hockenheim

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