Leserbrief

Großflughafen Berlin Ein nicht enden wollendes Drama

Geburt eines Weltkulturerbes

Wie man sich als hochgepriesene Industrienation einer solchen Lächerlichkeit preisgeben kann,ist mir als einfachem Bürger nicht zu vermitteln. Irgendwann war mal die Rede von einem 1000-jährigen Reich – das hat nicht lange gehalten. Aber bei einem Flughafen tun dies auch mal geschätzte 20 bis 30 Jahre nach der geplanten Inbetriebnahme, um als neu gebautes Weltkulturerbe in die Geschichte einzugehen. Das ganze hin und her, verbunden mit Vorwürfen und Anschuldigungen und einer nicht enden wollenden Zeit- und Kostenexplosin ist nicht nur für Berlin, sondern für ganz Deutschland beschämend.

Was für Stümper hat man da ans Werk gelassen, wer hat diese Leute ausgesucht und beauftragt und wer hatte die verantwortliche Kontrolle über die Arbeiten? Wie mir scheint, kann man die eigentlich Schuldigen nicht genau ausmachen und so belässt man es halt bei mehr oder weniger kompetenten Untersuchungsausschüssen, die selbst auch ihre Schwachstellen haben. Auf jeden Fall wurde hier offensichtlich der Gaul am Schwanz aufgezäumt, denn es gibt Beispiele genug, die belegen, dass es auch anders geht.

Das, was hier in Berlin geschieht, sieht eher nach einem wohldurchdachten Bereicherungsplan auf Kosten der Steuerzahler aus. Ich glaube, dass hier eine Gruppe von Profilneurotikern das Heft in der Hand halten, wie sonst wäre es möglich, dass beanstandete Teile erst als gut, dann als unverantwortbar entdeckt werden? Der zuletzt geäußerte Gedanke an einen kompletten Abriss, da ja Teile des Flughafen-Neubaus bereits veraltet und nicht mehr einsetzbar sind, macht mich nachdenklich. Vorschlag: Machen Sie aus diesem neu gebauten Weltkulturerbe eine Touristen-Attraktion. Dafür gibt es immer Kundschaft.

Richard Hardung, Schwetzingen

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