Leserbrief

Lockdown Einkaufsfreude war schon vor dem Virus nicht immer gegeben, doch es würde etwas fehlen

Geschäfte erhalten – es liegt in unserer Hand

Zu dem Artikel „Wir werden diesen Winter gemeinsam durchstehen“ (SZ-Ausgabe vom 17. November) wird der Redaktion Folgendes geschrieben:

Im Artikel hat der Karstadt-Kaufhof-Chef Miguel Müllenbach folgende Aussage getätigt: „Aber wir wollen und werden diesen Winter alle gemeinsam durchstehen“ und „Ich gehe nicht davon aus, dass der Handel noch einmal schließen muss“.

Heute, Ende des Jahres bis Anfang 2021, ist Lockdown. Restaurants und Einzelhandel (außer Lebensmittel) sind geschlossen. Es gibt keine Weihnachtsmärkte, die Fußgängerzonen sind in den Innenstädten weitgehend ausgestorben. Sicher ist das gewollt und von der Politik so angeordnet. Aber auch schon vor dem Virus machte es für den Kunden – am Beispiel Mannheim – immer weniger Freude, dort einzukaufen – zu hohe Parkgebühren, aber auch das Zugticket viel zu teuer. Dann uniforme Geschäfte, die ständig wechseln, ja eben die Konzerne, die sich die hohen Ladenmieten leisten können. Oder sollte man besser sagen: konnten? Wie wird es weitergehen? Die Menschen sind geimpft gegen das Coronavirus, Mund-Nase-Bedeckungen sind weiterhin Pflicht, aber die Angst ist da, sich anzustecken und viele meiden daher die Fußgängerzonen.

Dem ist entgegenzuhalten, dass in normalen Zeiten für den Kunden auch einiges geboten wird, der richtige Branchenmix vorhanden ist, er, losgelöst vom Alltag, eine Auswahl von Geschäften vorfindet, die die Märkte an den Stadträndern so nicht bieten können. Deshalb besteht auch eine Verpflichtung für uns Verbraucher, dort einzukaufen, auch wenn es unbequemer erscheint. Wer schon einmal in der Vorweihnachtszeit bei Engelhorn die märchenhaft gestalteten Fenster oder am Kaufhof die kunstvolle Dekoration der Steiff-Tiere-Welt, an dem sich die Kinder vor Begeisterung die Nase platt drücken, gesehen hat, weiß warum es erhaltenswert ist. Hoffen wir auf die Medizin und Einsicht der Menschen. Ziel muss es sein, wieder ungehindert sprechen, lachen und küssen zu können. Augenkontakt haben wir noch – Gott sei dank!

Jürgen Gold, Reilingen

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