Leserbrief

Kriegskalkül

Gräuel - als sei man im falschen Film

Mit Entsetzen blickt die Welt Richtung Mittlerer Osten, dorthin wo einst der irrwitzige Irakkrieg von "Cowboy" Bush eine ganze Region destabilisierte und es eigentlich erst möglich machte, dass Mörderbanden wie "IS" die Welt in Atem halten und unschuldige Menschen vor laufender Kamera enthaupten.

Was für ein übles Spiel treibt hierbei der türkische Präsident Erdogan mit einer Pufferzone vor der Grenze? Das Kalkül, das ihn umtreibt, könnte sich als Eigentor erweisen. Statt die Chance zu nutzen, Kurden und Türken unter einen Hut zu bringen ("Dein Feind ist auch mein Feind") dachte er wohl, dass der "IS" für ihn sein Kurdenproblem löst?

Und US-Präsident Obama? Will uns der "Friedensnobelpreisträger" für dumm verkaufen? Er und sein Bespitzelungsapparat wollen allen Ernstes "IS" unterschätzt haben? Lesen die keine Zeitung? Die morden da unten schon seit über einem Jahr. Nur hat das den Westen so lange nicht interessiert, als die Opfer nur Muslime waren. Betrachtet man die US-Handels- und Außenpolitik und vor allem das Treiben der angloamerikanischen Multikonzerne weltweit, dann wird klar, was die US-Politik umtreibt: Unter dem Vorwand einer Welt-Friedensmission verschickt die hoch verschuldete USA ihre (Wirtschafts-) Kavallerie in alle Länder, die allein dem Zweck dient, die Lufthoheit über die Ressourcen dieser Welt zu erlangen.

Der Zwang "Gutes" zu tun, ist ein angeborener US-Wesenszug. Nur scheinen die Amerikaner zu glauben, dass sie immer jemand bestimmen dürfen, mit dem sie ihre Wohltat teilen müssen. Letztendlich führt diese Einstellung zur Bombardierung von Leuten, damit sie die Geschenke auch annehmen - so schrieb einst der amerikanische Autor Ivan Illich. Es wäre also angebracht die "Weltgeschäftspolitik" diverser Konzerne genauer unter die Lupe nehmen.

Und während die schärfste Waffe der Bundeswehr - unsere Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen - im Irak die Pannen schönredet, werden Flüchtlinge von dort bei uns von rechtsradikalem Wachpersonal malträtiert. Irgendwie komme ich mir vor wie im falschen Film.

Herbert Semsch, Brühl

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