Leserbrief

Marktplatz Ketsch Der Bürgermeister sollte seine Versprechen auch halten / Lieber mehr Bauhofmitarbeiter einstellen

Hauptsache die Bäume sind ab

Man kann sich auf unseren Bürgermeister verlassen. Eigentlich wollte ich zu dem Thema Marktplatz nichts mehr schreiben. Aber immer wenn ich da vorbeikomme und die Baumstümpfe sehe, juckt es mich in den Fingern.

Wenn die Schwetzinger Straße fertig ist, dann wird am Marktplatz angefangen, hat Bürgermeister Jürgen Kappenstein gesagt. Fertig ist die Schwetzinger Straße im September 2018, meinte er dann beim Neujahrsempfang. Er hatte auch einmal gesagt, die Schwetzinger Straße ist bis zur Schillerstraße im August 2017 fertig.

Die Kastanien bleiben stehen, hat er gesagt. Warum wurden dann doch drei gefällt? Warum mussten jetzt auf die Schnelle die 28 Bäume auf dem Marktplatz weg? Jetzt sind sie weg. Jetzt kann man sie nicht mehr erhalten und es fallen keine Blätter mehr herunter. Jetzt wird es auch keine weitere Demo geben. Dafür haben wir jetzt ein Denkmal. Das Denkmal der geschaffenen Tatsachen. Baumstümpfe, ein Denkmal für ein Jahr.

Aber, sollten da nicht die Kastanien stehen bleiben? Die Kastanien zwischen der Herzogstraße und der Bahnhofstraße stehen noch, doch die zwischen der Schwetzinger Straße und der Herzogstraße sind gefällt worden. Die Kastanien bleiben stehen – das heißt doch alle? Oder? Auch der kleine Baum, den die Grünen retten wollten, ist geköpft.

Wenn ich etwas verspreche, dann halte ich das auch. Neue Bäume werden wieder auf dem Marktplatz gepflanzt, laut Plan viel mehr als bisher. Hat er gesagt. Ob bei der Verwaltung jemand daran gedacht hat, dass auch die neuen Bäume Blätter haben? Neue Bäume kosten Geld und Plätze für Bäume, die Sauerstoff machen, hätten wir hier in Ketsch genug. Warum durfte der kleine Baum nicht verpflanzt werden?

Wenn die Grünen sich die Arbeit machen wollen und das die Gemeinde nichts kostet, warum ließ man dann nicht zu, dass der Baum verpflanzt wird? Wollte man ein Denkmal und einen Zeitungsartikel verhindern? Nun – Ketsch und die Bäume, das ist ein eigenes Kapitel. Bäume haben Blätter, die sind für uns Menschen sehr wichtig, denn sie machen Sauerstoff. Blätter fallen herunter, dann sind sie Dreck und den muss man wegmachen. Wer soll das machen? Alle haben dafür keine Zeit oder sind zu alt. Aber alle wollen Luft zum Atmen.

Sind die Bäume weg, wie in der Seestraße – die Seestraße mit ihren hilfebedürftigen schlecht gepflegten Alibibäumen – dann stellen die Menschen fest, dass sie beispielsweise keinen Schatten mehr haben. Weg ist weg. Keine andere Gemeinde hat ein so schönes Denkmal der Unfähigkeit, wie die Alibibäume in der Seestraße.

Wenn die Verwaltung so eindeutig keine Bäume will, die Arbeit machen, warum pflanzt man dann überhaupt noch welche? Dann hätte man noch mehr Parkplätze, überhaupt keine Blätter und bräuchte keinen, der diese wegmacht. Natürlich wäre das Entfernen der Blätter auf öffentlichem Grund die Aufgabe der Bauhofmitarbeiter. Weniger Dreck bedeutet auch weniger Mitarbeiter. Da kann man doch prima einsparen.

Wäre es nicht sinnvoller die Bäume stehen zu lassen oder sie nicht zu vergewaltigen wie im Friedhof – und lieber zwei Bauhofmitarbeiter einzustellen. Wie wäre es, wenn man sich mal überlegt, ob nicht auch der eine oder andere bei der Verwaltung eingespart gehört.

Wilfried Windisch, Ketsch

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