Leserbrief

Spatenstich

Helm und Schäufele ahoi zum Sandeln

Einmal muss es gesagt werden. Am Kaffeetisch sitzend, die Schwetzinger Zeitung in der Hand, be-trachte ich mit großen Augen eine ganze Reihe freischaffender Künstler mit einem Spaten in der Hand. Wovon spreche ich: Natürlich vom Spatenstich.

Bei jeder Grundsteinlegung tummeln sich regional und überregional bekannte und unbekannte Politiker jeglicher Couleur, umrahmt von Bürgermeistern, Bankdirektoren und sonstigen honorigen Persönlichkeiten und geben quasi den Architekten, Bauleitern und Investoren Begleitschutz.

Mit blitzenden, weil neuen Spaten, wird badisch gesprochen Land auf, Land ab „g’sandelet“. Im Mantel, mit Anzug und Schal oder Krawatte wirft man aus alter Tradition ein „Häufele“ Sand vor sich her.

Unter strahlend freiem Himmel darf der weiße Helm nicht fehlen. Es könnte ja sein, dass zufällig ein Spatz was fallen lässt, oder der aus Frankfurt kommende Flieger Kerosin ablässt.

Staunend, weil weit ab, stehen die Bauarbeiter, Maurer, Zimmerleute, Baggerführer oder gar Zeitarbeiter im Blaumann und Sicherheitsschuhen, die zusehen dürfen, wie bei einem Glas Sekt und Kanapees diese zeitraubende und körperlich an-strengende Tätigkeit mit Bravour gemeistert wird.

Helm und Schäufele ahoi, im nächsten Leben werd’ auch ich Spatenführer.

Ludwig Wocheslander, Brühl

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