Leserbrief

Neuordnung am Ring Seit 16 Jahren am Tropf der Stadt / Genau hinschauen, was sich jetzt tun soll

Hockenheim erwache!

Hockenheim erwache! Nein, keine Angst hier schreibt keine religiöse Gemeinschaft. Ende April wird in der Gemeinderatssitzung aus meiner Sicht ein ganz wichtiger Punkt für die Stadt besprochen. Es geht um die Weiterentwicklung des Hockenheimringes (die geplante Sitzung am 12. April wurde gestern abgesagt). Wer in letzter Zeit die HTZ/SZ aufmerksam gelesen hat, dem ist aufgefallen, dass sich da am Ring was tut. Nur was? Weiterentwicklung/Neuausrichtung des Ringes, Stichwort E-Mobilität unter dem Dach der Emodrom GmbH mit 50 Prozent Beteiligung der Ring GmbH. An und für sich eine sehr gute Geschäftsidee!

Man spricht von einem Leuchtturm für E-Mobilität. Ich greife dieses Bild auf und stelle mir die Frage, wo dieser Leuchtturm steht? An Land oder an vorgelagerter Stelle mitten im Meer? Für mich ganz einfach zu beantworten. Mitten im Meer und zwar in ganz schwerer See!

Grundsätzlich möchte ich hier klarstellen, dass ich nicht gegen den Hockenheimring bin! Im Gegenteil, der Ring ist ein Teil von Hockenheim. Aber eben nur ein Teil, der sich meiner Meinung nach mit dem Umbau und der betriebenen Informationspolitik sehr weit von den Hockenheimern und auch von den Bürgern der umliegenden Gemeinden entfernt hat. Man hat mit dem Umbau dem Ring die Seele rausgerissen. Nun aber: Warum ist der Ring in schwerer See?

Zur Zeit hat die Ring GmbH Verbindlichkeiten in Höhe von 34,7 Millionen Euro (Jahresabschluss 2016). Die Stadt Hockenheim als Hauptgesellschafter der Ring GmbH hat ihrerseits zirka 21 Millionen Euro Verbindlichkeiten (1000 Euro pro Einwohner). Dieses Jahr ist mal wieder die Formel 1 am Start. Was das bedeutet, glaube ich nicht weiter ausführen zu müssen.

Jetzt will man einen Leuchtturm in schwerer See errichten. Auf diesem Fundament? Da darf noch nicht einmal ein Guppy mit der Schwanzflosse schlagen, schon ist das Ding platt. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Fehlentscheidungen der Vergangenheit bis heute die Entwicklung Hockenheims nachteilig beeinflusst und ausgebremst haben.

Aber nun tut sich was in Hockenheim. HÖP, Umgestaltung der Oberen Hauptstraße mit Baugebiet. 1250-Jahr-Feier im nächsten Jahr. Weitere Herausforderungen sind die Unterbringung der Asylbewerber, sozialer Wohnungsbau, Neugestaltung und bauliche Erhaltung der Schulen, Belebung der Innenstadt, Erhaltung und Ausbau der Infrastruktur, Berücksichtigung des demografischen Wandels und noch viel mehr. All diese Aufgaben und Herausforderungen sind der andere, der weitaus größere Teil Hockenheims.

Wie bereits erwähnt stehe ich dem Ring nicht feindselig gegenüber. Ich betrachte den Ring als nichts anderes als das, was er ist, ein Unternehmen. Ein Unternehmen, das seit nunmehr 16 Jahren am Tropf der Stadt hängt. Natürlich wurde durch den Ring der Name Hockenheim in der Welt bekannt. Können wir uns hierfür heute noch was kaufen? Auch muss man sagen, dass in den fetten Jahren die Infrastruktur dem Ring entsprechend angepasst wurde. Eine Infrastruktur, welche man heute nur noch spärlich instand halten kann. Siehe die Reparaturversuche im Hubäckerring und in der Waldstraße (gerade mal zwei Wochen alt). Entschuldigung, aber das ist jämmerlich. Hier rollt die Welt zum Ring. Der Bonus aus den fetten Jahren ist längst aufgebraucht und das muss man endlich mal einsehen, auch wenn es schmerzlich ist.

Eine Neuausrichtung ist zu begrüßen, aber eben nicht mehr auf den Schultern Hockenheims. Hier möchte ich auf die Gemeindeordnung hinweisen, speziell auf den Passus der Beteiligung an Unternehmen. Deshalb möchte ich die Bürger bitten, nehmen Sie an der Gemeinderatssitzung teil. Informieren Sie sich, was, wie, wann von wem am Ring geplant ist.

Uwe Wacker, Hockenheim

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