Leserbrief

AfD Den Entgleisungen Gaulands entgegenwirken

Im Frieden mit der Welt leben

Wer, dem Lübecker Holstentor vertrauend, Eintracht daheim und Frieden draußen über alles schätzt, muss sich fragen, was Gott wohl gedacht hat, als er uns die AfD schickte. Die Ironie vergeht einem schnell, wenn man an den Vergleich eines „Vogelschisses“ mit dem gemeinsten Verbrechen der deutschen Geschichte denkt. Das Gute: Man erfährt, woran man mit der AfD ist, denn keines ihrer 35 000 Mitglieder hat ihrem Wortführer widersprochen. Also stimmen sie ihm zu, vielleicht nur in einer Art Nibelungentreue. Aber bitte! Es geht doch um Massenmord!

Bei ihrem jüngsten „Klops“ sind nur die „Freiwilligen“ zusammengezuckt, die 2015 mit der „Willkommenskultur“ Deutschland vor einer Katastrophe bewahrt haben. Ihre autonom entstandene Initiative kommentierte AfD-Bundessprecher Gauland am 17. Oktober im Bundestag, es sei „seit der Ausrufung der Willkommenskultur 2015 zu einer Radikalisierung und Spaltung der gesamten Gesellschaft gekommen“. Eine typische „Fake News“ der Rechtspopulisten. Die allermeisten Freiwilligen haben sich aus freiem Willen, ohne einen staatlichen Ruf in Gemeinden zusammengeschlossen, um im Frieden und übereinstimmend mit ihrer Moral, mit Menschenwürde und Grundrechten aus Nächstenliebe und Barmherzigkeit Schutzbedürftigen beizustehen.

Der ehrende Begriff „Willkommenskultur“ setzte sich erst nachträglich durch und wurde aus Respekt vor uns Deutschen direkt in andere Sprachen übernommen. Dass es zu einer „Radikalisierung und Spaltung der Gesellschaft“ gekommen sein soll, ist nur aus dem Hass von Pegida und AfD auf „eineinhalb Millionen kulturfremden Menschen“ (Gauland) erklärbar.

Im Rückblick und weniger geifernd erscheinen die Freiwilligen als eine gewaltige und vielgestaltige Bürgeraktion, die unser Ansehen weltweit gefördert und unserem Staat über eine schwierige Zeit geholfen hat. Sie wird uns Deutschen nicht vergessen und ähnlich geachtet bleiben wie die Gastfreundschaft der Ungarn, die 1989 DDR-Bürger aufnahmen und ihnen den Weg in die Bundesrepublik ebneten.

Aus ganzem Herzen ist zu wünschen, dass die Freundlichkeit der ungarischen und der deutschen Freiwilligen in unser Land zurückkehrt – in das Ganze. Dann hätten die beiden Fehlgriffe ihren Sinn. Liest man Gaulands Worte noch einmal, kann man in ihnen weniger Hass als Neid auf die Leistung der Flüchtlingshelfer spüren. Das sollte man anerkennen und ihm sagen, dass es an der AfD liegt, Frieden und Eintracht in Deutschland zu fördern.

Das bezieht sich auch auf die Ursprungsländer der Zuwanderer. In ihnen sind zahllose Gruppen und Gemeinden mit afrikanischen Partnern aktiv. Unterstützt von der Bundesregierung, beteiligt sich zum Beispiel Brühl an einer Klimaverbesserung durch das Pflanzen von Bäumen in Afrika. Es fördert die Berufsvorbereitung, um jungen Menschen Wege in die Zukunft zu ebnen und deren Heimat zu entwickeln.

Helmut Mehrer, Brühl

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional