Leserbrief

Bebauung am Schrankenbuckel Zweifel am Verfahren der Gemeindeverwaltung zum Bebauungsplan

Ist runder Tisch neutral?

Da erlebte ich am Donnerstag eine hervorragend informative Veranstaltung der BI Sportareal am Schrankenbuckel (SAS) wegen der geplanten Bebauung des FV-Geländes. Das bei einer überraschend hohen Besucherzahl, die das große Interesse der Bürger widerspiegelte. Mit kompetenten und umfassenden Beiträgen der Verantwortlichen, die meiner Meinung nach den Schluss zulassen, dass zur Beschlussvorlage im Gemeinderat der Informations- und Wissensstand dort nicht vorhanden war. Zum Beispiel beim Thema klimatische Auswirkungen und Kaltluftaustausch. Aber auch mit Beiträgen von vielen Bürgern im Diskussionspart – sowie einer Disziplin und auf einem erstaunlich hohen Niveau, die, so vernahm ich es , auch die anwesenden Gemeinderäte überrascht hat.

Erkennbar an den Redebeiträgen war, dass eine große Anzahl der Bürger nicht direkt von den Auswirkungen der geplanten Bebauung betroffen waren, nicht dort wohnen, aber sich trotzdem Sorgen um die städtebauliche Entwicklung der Gemeinde machen. Vor allem zu den Auswirkungen auf Verkehr, Parksituation, Kindergärten, Schulen und allen anderen gemeindlichen Einrichtungen auf Brühler Gemeindegebiet.

Sorgen macht mir allerdings das „Wie geht es weiter?“. Da gibt es von der Gemeindeverwaltung am 24. Juli eine Informationsveranstaltung mit vier Diskussionstischen. Die Meinungsbildung wird damit auseinandergezerrt, Redebeiträge kommen nicht überall an. Das kenne ich schon zum Thema Klimakonzept. Verlief alles im Sand. Dann die Besetzung zum „Runden Tisch“. Der Moderator: ein Städteplaner, für seine Tätigkeit von der Gemeinde bezahlt. Und, wie ich bereits zuvor erfahren musste, arbeitete er schon mit dem Planer des SAS, Dr. Kuhn, zusammen. Neutral? Das Expertenteam: von der Gemeinde für ihre Tätigkeit bezahlt, Investor, Planer, Ingenieurbüro, alle in Abhängigkeit von Aufträgen durch die Gemeinde. Neutral? Dazu je drei Bürger, die Wohnungen suchen, drei angrenzend wohnende Bürger,drei entfernter wohnende Bürger. Man kann sich dafür bewerben, einen Zettel ausfüllen und bei der Gemeindeverwaltung abgeben. Offen, nicht verschlossen! Alle sollen im Losverfahren ermittelt werden. Wer garantiert, dass nicht Erwünschte oder Unerwünschte vorher sortiert werden?

Neutral? Eins sollte immer im Vordergrund stehen: Gemeindeverwaltung und Gemeinderat haben sich verpflichtet, für das Wohl der Bürger zu sorgen und nicht zwecks Erwirtschaftung von hohen Verkaufserlösen zur Finanzierung des Sportparks Süd untragbare Lebensbedingungen für das Wohnumfeld und weite Teile Brühls und Rohrhof zu schaffen. Deshalb sollten sie an einer „echten“ und „ehrlichen“ Bürgerbeteiligung interessiert sein.

Klaus Triebskorn, Brühl

Beschlüsse nicht in Stein gehauen

Es kann mich niemand daran hindern, jeden Tag klüger zu werden!“ – das sagte schon der frühjere Bundeskanzler Konrad Adenauer.

Jeder Mensch, ob Fußballspieler, Politiker oder Geschäftsführer, hat nur dann Erfolg, wenn er auf sein aktuelles Umfeld richtig reagiert. Hat er heute bessere Erkenntnisse als gestern, trifft er auch bessere Entscheidungen für morgen – und tut es auch! Das unterscheidet verbissene Prinzipienreiter von dynamischen Mitspielern. Gemeinderatsbeschlüsse sind wichtig: Als Schlussstrich beenden sie das Abwägen von Argumenten jedes Einzelnen der 26 Bürgervertreter und schaffen die Basis für reales Handeln.

Sicher entscheidet jeder nach bestem Gewissen und Wissen; doch gerade Letzteres hat sich in den letzten Jahren deutlich vergrößert und so ein geschärftes Bewusstsein geschaffen. Beschlüsse der Vergangenheit können so als überdenkenswert und sogar als Fehler erscheinen.

Zweierlei hat inzwischen das Bewusstsein vieler Bürger Brühls erreicht:

1. Unser Umgehen mit dem, was uns auf dieser Welt zur Verfügung steht: Ein Boden, der Wasser aufnehmen kann, kühlt besser als Beton. Den zu erwartenden höheren Temperaturen in Wohngebieten täte eine grüne Oase im Zentrum der Gemeinde gut.

2. Ein Ort ist nicht nur eine Ansammlung von Einheiten zum Wohnen, sondern auch eine Gemeinde: Es bedarf also auch Einrichtungen, die einem Austausch der Bewohner, also der Gemeinschaft dienen. Das recht zentral zwischen Brühl und Rohrhof gelegene Sportpark-Areal könnte ein attraktives Zentrum zwischen den beiden Ortsteilen sein: Mit Treffpunkten mit und ohne Gastronomie für jedes Alter und mit Parkplätzen, die auch entfernter Wohnende zum Kommen einladen.

Konfuzius meinte: „Einen Fehler machen und ihn nicht korrigieren – das erst heißt, wirklich einen Fehler zu machen.“ Bitte, liebe Mitglieder am runden Tisch, handeln Sie mit Verantwortung für die künftige Lebenssituation Ihrer gesamten Brühler Wählerschaft! Ein Investor hat Sie nicht gewählt!

Ralf Zschache, Brühl

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