Leserbrief

Fahrradstraße in Schwetzingen Längere Wege für Autofahrer durch Einbahnregelungen in der Marstallstraße / Alternativen überlegen

Kein Plus für den Klimaschutz

Klimaschutz und Fahrradstraße: Wie passt das in Schwetzingen zusammen? In dem Leserbrief „Klimaschutz: Es lohnt sich, selbst aktiv mitzumachen – Schwetzingen als Vorreiter “ (SZ, 15. September) werden zahlreiche positive Maßnahmen in Schwetzingen zum Klimaschutz herausgestellt. Das ist gut so. Ob Schwetzingen allerdings eine Klimaschutz-Auszeichnung erhalten soll, müsste noch einmal im Zusammenhang mit der Marstallstraße/Fahrradstraße diskutiert werden.

Natürlich haben wir uns als Fahrradfahrer in Schwetzingen über die Umwandlung der Marstallstraße in eine Fahrradstraße gefreut. Wir nutzen diese häufig mit dem Rad, haben allerdings bisher keine nennenswerte Veränderung der Verkehrssituation bemerkt. Für die Umwandlung wurden Teile der Marstallstraße als Einbahnstraßen in verschiedene Richtungen ausgewiesen. Dies hat Folgen für die autofahrenden Bewohner und damit auch für den Klimaschutz. Wir möchten hier beispielhaft ein paar Fakten zum Thema darlegen und die Frage stellen, ob diese vereinbar mit dem Klimaschutz sind.

Möglichkeit A: Jemand möchte über die Zähringerstraße aus Richtung Ketsch oder Hockenheim mit dem Auto in die Marstallstraße fahren, zum Beispiel als Anwohner oder als Besucher zur Marstallstraße 23 (Luxor-Kino) oder Marstallstraße 18 (Pizzeria Da Dona). Früher: Zirka 120 Meter Strecke, zum Beispiel von der Bismarckstraße 20 links in die Marstallstraße bis Nummer 23. Jetzt: Zirka 540 Meter Strecke, zum Beispiel von Bismarckstraße 20 geradeaus bis zur Bahnhofanlage, zum Bahnhof, dort zweimal links abbiegen und rechts in die Clementine-Bassermann-Straße und wieder links zur Marstallstraße 18/23.

Möglichkeit B: Bewohner von Marstallstraße 12 bis 32, Besucher des Kinos oder der Pizzeria möchten Richtung Südtangente/Oftersheim/Heidelberg/Ketsch/Hockenheim fahren. Früher: Zirka 300 Meter Strecke, zum Beispiel von Marstallstraße 18 geradeaus, dann rechts bis zur Kreuzung Südtangente/Marstallstraße/Kolpingstraße. Jetzt: Zirka 1200 Meter von Marstallstraße 18 bis zur Kreuzung Bismarckstraße, dort links abbiegen und geradeaus bis zur Bahnhofanlage, zum Bahnhof, dort zweimal links abbiegen und die rechts in die Clementine-Bassermann-Straße, die Marstallstraße und die Friedrichstraße überquerend bis zur Karlsruher Straße, dort links abbiegen und geradeaus über die Kreuzung Zähringerstraße bis zur Kreuzung Südtangente/Marstallstraße/Kolpingstraße.

Möglichkeit C: Bewohner von Moltkestraße 1 bis und 11 und von Marstallstraße 15 bis 19 möchten Richtung Südtangente/Oftersheim/Heidelberg/Ketsch/Hockenheim fahren. Früher: Zirka 30 Meter (die Häuser stehen mehr oder weniger an der Kreuzung). Jetzt: Zirka 1300 Meter, Strecke vom Moltkeplatz durch die abknickende Marstallstraße bis zur Kreuzung Bismarckstraße, dort rechts abbiegen und geradeaus bis zur Bahnhofanlage, zum Bahnhof, dort zweimal links abbiegen und die rechts in die Clementine-Bassermann-Straße, Marstallstraße und die Friedrichstraße überquerend bis zur Karlsruher Straße, dort links abbiegen und geradeaus über die Kreuzung Zähringerstraße bis zur Kreuzung Südtangente/Marstallstraße/Kolpingstraße.

Möglichkeit D: Bewohner von Marstallstraße 49 a bis h, Marstallstraße 47 a bis i, Theater am Puls und Karl-Wörn-Haus möchten Richtung Südtangente/Oftersheim/Heidelberg/ Ketsch/Hockenheim fahren. Früher: Zirka 50 Meter (die Ausfahrten der Tiefgaragen liegen an der abknickenden Marstallstraße). Jetzt: Zirka 1200 Meter, von der Tiefgaragenausfahrt, Theater am Puls oder Karl-Wörn-Haus durch die Marstallstraße bis zur Kreuzung Bismarckstraße, dort rechts abbiegen und geradeaus bis zur Bahnhofanlage, zum Bahnhof, dort zweimal links abbiegen und die rechts in die Clementine-Bassermann-Straße, die Marstallstraße und die Friedrichstraße überquerend bis zur Karlsruher Straße, dort links abbiegen und geradeaus über die Kreuzung Zähringerstraße bis zur Kreuzung Südtangente/Marstallstraße/Kolpingstraße. Der Autoverkehr nimmt also jetzt erheblich weitere Wege und das durch die ohnehin schon stark belasteten Straßen der Innenstadt (Clementine-Bassermann-Straße, Friedrichstraße, Karlsruher Straße).

Eine Alternative für die beschriebenen Wege wäre nur der noch weitere Weg über die Bahnhofanlage, Carl-Theodor-Straße, Schlossplatz, Karlsruher Straße. Ob dadurch das Erreichen der Klimaschutzziele in Schwetzingen gefördert oder erschwert wird, müsste erklärt werden. Wir sind weder Politiker noch Verkehrsexperten, meinen aber, dass die Verantwortlichen sich die Lage vor Ort noch einmal genau anschauen sollten, um Vorschläge für eine Verbesserung der Situation zu machen, von der (fast) alle profitieren – bestimmt auch der Klimaschutz.

Brigitta und Ulrich Schönenberg, Schwetzingen

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