Leserbrief

Hildaschule

Kein Zeugnis wegen des Schulausfalls

Ihr Bericht über die Hildaschule und das Bild des Gebäudes erinnert mich, auch im Zusammenhang mit dem Artikel "Mein erster Schultag" vom 17. September, an meine Schulzeit 1944/45 dort.

Meine Mutter ging mit zur Einschulung im September 1944. Ich war ohne Schultüte - wie die meisten - aber natürlich traurig darüber. Unser Klassenlehrer war schwerhörig und hatte vor sich auf dem Pult ein Hörrohr, ähnlich einem kleinen Waldhorn stehen, dessen Ende er sich bei Bedarf ans Ohr hielt.

Als die Hildaschule zum Lazarett wurde, durften wir nicht zu Hause bleiben. Wohnungsnah wurde für einen Teil von uns Schülern ein Klassenzimmer im Gasthaus "Reichsadler" an der Ecke Marstallstraße/Bismarckstraße eingerichtet. Aber auch da fiel der Unterricht wegen des Krieges teilweise aus. In meinem Zeugnis für das Schuljahr 1944/45, ausgestellt am 15. Februar 1945, wird handschriftlich vermerkt: "Zeugnis konnte wegen Schulausfall, hervorgerufen durch Kriegseinfluss, nicht gegeben werden." Das gleiche ist am 1.8.45 vermerkt - jetzt per Stempel. Walter Magin, Frankfurt am Main

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