Leserbrief

Bellamar-Preise Regelmäßiger Schwimmer beklagt hohe Kosten / Keine guten Alternativen für frühere Drei-Monatskarte aufgezeigt

Komplex ist Stoff für Satire pur

Das "neue" Bellamar scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Heute nehmen wir uns einmal die Preisgestaltung vor. Aufgrund einer Herzerkrankung bin ich von ärztlicher Seite gehalten, regelmäßig Sport zu treiben, möglichst jeden Tag, idealerweise Schwimmen. Bis zum Ende der Sommersaison gab es auch keine Probleme. In der Wintersaison hatte ich bisher die Drei-Monatskarte, die 90 Euro kostete.

Nach Umbau und Wiedereröffnung fand ich folgende Alternativen vor: Diese Drei-Monatskarte gedachte ich durch die Allwetter-Wertkarte zu ersetzen: Zahle 80 Euro und nutze das Bad für 100 Euro. Ich hatte schon viele schlechte Ideen, aber diese Idee gehört zu den Highlights. Bei jedem Besuch werden 6,80 Euro von der Karte abgebucht. Dies ergibt pro Karte 14 Badbesuche. Folglich benötige ich mindestens zwei Karten pro Monat. Auf drei Monate hochgerechnet ergeben sich satte 480 Euro, das 5,3-Fache der Kosten für die ehemalige Drei-Monatskarte. Ein Kurzzeittarif (1,5 Stunden) ist nicht vorgesehen.

Nächste Idee: 10er-Karte. Kosten: 61,20 Euro. Im Monat benötige ich somit drei Karten zu je 61,20 Euro. Hochgerechnet auf drei Monate: 550,80 Euro, das 6,12-Fache der Kosten für die frühere Drei-Monatskarte. Eine noch schlechtere Idee.

Genervt lese ich: Kurzzeittarif (Montag bis Freitag; 1,5 Stunden) 4 Euro pro Besuch. Auf drei Monate hochgerechnet: 360 Euro, das Vierfache der ursprünglichen 3-Monatskarte. Auch keine Okkasion.

Entsprechend ist der aktuelle Besuch: In der Zeit, in der ich im Bad war, kamen auf jeden Besucher etwa zwei Bademeister.

Der ganze Komplex ist Stoff für Satire pur (Privattherme für Schwetzingens Geldadel? Freimachung im Zuge der Alla-Hopp-Bewegung?). Ich möchte mich an dieser Stelle auf eine Frage beschränken: Was haben bei der Präsentation und der Beschlussfassung eigentlich unsere Stadträte gemacht? Geträumt? In der Nase gepopelt?

Übrigens: Die ausgewählten Bodenfliesen sind gemeingefährlich. Sollte doch noch die Besucherzahl steigen, ist es eine Frage der Zeit, wann die Ersten auf die Nase fallen, unabhängig davon, ob barfuß oder mit Badelatschen. Gespannt darf der Bürger auf die Wundertüten zur Sommersaison 2015 sein.

Ulrich Kirchner, Schwetzingen

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