Leserbrief

Legalisierung der Prostitution Bordelle unter Gewerbeaufsicht / Behörden müssen kontrollieren

Leid der Frauen lindern

Die rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder hat mit Wirkung vom 1. Januar 2002 beschlossen, die Prostitution zu legalisieren.

Das bedeutet, dass das "älteste Gewerbe der Welt" in Deutschland nicht mehr sittenwidrig ist, die "käufliche Liebe" also ein Gewerbe ist, wie jedes andere auch.

In der letzten Zeit haben die Medien wiederholt auf die verheerenden Folgen dieser Liberalisierung aufmerksam gemacht. Der TV-Sender "Phoenix" befasste sich am 22. August mit diesem Thema unter der Überschrift: "Ware Frau - verkauft und versklavt".

Bereits am 10. Juni brachte das ARD-Fernsehen hierüber einen Beitrag mit dem Titel "Sex-Made in Germany". Die Schwetzinger Zeitung druckte am gleichen Tag zu dieser Sendung einen Bericht ab. Hiernach hatte das TV-Team in Stuttgart den größten Puff Europas besucht, der im Jahr 55 000 Freier zählt.

Laut Aussage der Bordellbetreiber sei jetzt alles möglich - bis hin zu menschenverachtenden Flatrate-Tarifen; die "Puff-Flatrate" sei ab 49 Euro in Berlin so günstig wie nirgendwo.

Die Qualität sei gut, alles habe in Deutschland seine Ordnung, sagte ein Däne beim Besuch in einem norddeutschen Bordell. Männer aus Amerika und Osten würden als Sextouristen nach Deutschland fliegen, heißt es in der zitierten SZ-Ausgabe.

Polizei bedauert Gesetzeslage

Dieser Werteverfall bedeutet vor allem für Osteuropäerinnen häufig großes Leid. Menschenhändler und Zuhälter nützen die Notlage vieler Mädchen und Frauen in ihren Heimatländern, zum Beispiel in Rumänien und Bulgarien, aber auch in Afrika aus und versprechen seriöse Arbeitsplätze in der Bundesrepublik. Hier angekommen werden aber viele Frauen, auch minderjährige Mädchen, zur Prostitution gezwungen und gnadenlos ausgebeutet, ihr Widerstand gegen ein trostloses Dasein wird gegebenenfalls weggeprügelt.

Auch die Polizei bedauert die jetzige Gesetzeslage, weil die früher vorgeschriebenen Gesundheitskontrollen weggefallen sind.

Die christlich-liberale Bundesregierung unter der Kanzlerin Angela Merkel hat kurz vor den Sommerferien Dutzende Maßnahmen gegen die Zwangsprostitution beschlossen:

Bordelle sollen künftig der Gewerbeaufsicht unterliegen.

Bei der Genehmigung solcher Betriebe müssen die Behörden darauf achten, dass Frauen nicht zur Prostitution gezwungen werden.

Ob dieses Gesetz den Bundesrat passiert, in dem die SPD, die Grünen und die Linke die Mehrheit haben, sei aber fraglich, wie in der Schwetzinger Zeitung vom 19. Juni zu lesen war.

Alfons Kalb, Ketsch

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