Leserbrief

Ordnungsdienst in Ketsch Leserin beklagt eine unangenehme Begegnung, die das Gespür für die Situation vermissen ließ

Leinenpflicht für den Chihuahua

Zum Leserbrief von „Offenes Visier!“ vom 24. Mai und dem Artikel „Falschparker stärker im Visier“ vom 21. Mai wird uns geschrieben: Dass der Umgangston in den letzten Jahren „rauer“ geworden ist, verwundert die Sünder nicht, die bereits mit dem Ordnungsdienst konfrontiert waren. Denn wie sagt man: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.“

Ich selbst wurde bei einer Begegnung, als ich noch außerhalb des Seegeländes dabei war, mich mit roten Tüten zu versorgen, auf sehr unangenehme Weise angesprochen und in barschem Ton aufgefordert, meinen Mini-Hund (Chihuahua, 14 Jahre alt) anzuleinen. Das habe ich verweigert. Um dem in keiner Weise angemessenen Ton und Auftreten die Krone aufzusetzen, drohte die Frau mir damit, die Polizei hinzuzuziehen. Worin der angeblich große Spielraum bei einem solchen Verhalten des Ordnungsdienstes bestehen soll, ist für mich rätselhaft. Hierbei sollte wohl der „längere Hebel“ der Obrigkeit eingesetzt werden.; Bei diesem Mini-Hund eine Leinenpflicht erzwingen zu wollen, ist grotesk! Vielleicht wäre es klüger, mit einem Maßband meinen Handtaschenhund (35 Zentimeter lang, 10 Zentimeter hoch) zu vermessen, um zu einer akzeptablen Entscheidung zu kommen. „Kira“ belästigt keine Angler, betritt die Grünfläche auf höchstens 20 Zentimetern Breite, im Wasser würde sie ertrinken und ihre Knödelchen werden entsorgt. In den zehn Monaten, die sie jetzt bei mir lebt, hat sie sich gut an Spaziergänger, Hunde und Jogger gewöhnt.

Diesen „gefährlichen Hund“ werde ich auch in Zukunft nicht anleinen. Übrigens wurde mein Verhalten und das meines Hundes noch nie von einem Angler beanstandet. Dass Tremmels bei ihren Spaziergängen am See noch nie jemanden vom Ordnungsdienst angetroffen haben, liegt wohl daran, dass dieser bisher hinter Büschen lauert, um Hundehalter ohne Leine zu erwischen, diese per Handyfoto zu erfassen und anschließend zu verwarnen oder den Personalausweis zu verlangen, um den Straftätern ein Bußgeld zusenden zu können.

Aber dass am See vor einigen Wochen direkt am Wasser gezeltet wurde, Müllsäcke hinterlassen wurden und Wasserpfeifen – welchen Inhalts auch immer – geraucht wurden, das wird geduldet. Dass Flaschen auf dem Weg zerschlagen und Müll herumgestreut wird ebenso. Die Pferdeäpfel, der dort fahrenden Hochzeitskutsche waren über gut zehn Meter verteilt und wurden nie beseitigt – ohne Beanstandung. Offenbar ist der Ordnungsdienst für diese Vergehen nicht zuständig.

Auch, ob die Angler auf dem Weg mit dem Fahrrad fahren, um Angelgerät oder Futtereimer zu befördern, scheint gleichgültig, wie wohl auf erwähnten Schildern genauso verboten wie Hunde ohne Leine. Aber wahrscheinlich gibt es da eine Ausnahmeregelung? So auch beim Vatertagsangeln, zu dem ja zahlreiche Familien einen Fahrradausflug zum See unternehmen. Welche Probleme es dort immer wieder geben soll, kann ich nicht erkennen. Ich halte mich zweimal am Tag dort auf und konnte bisher weder Hundeangriffe auf Menschen, noch Beißereien oder ähnliche Straftaten beobachten. Dass die ärgerlichen Hinterlassenschaften nicht leinenabhängig sind, muss ich wohl nicht erwähnen. Verwunderlich ist ein solches Verhalten am Alla-Hopp-Platz nicht, wo die Behälter für die Tüten innerhalb des eingezäunten Geländes stehen.

Zu den Parksündern und Rasern: Natürlich sind das sehr ärgerliche und teils gefährliche Verhaltensweisen – ob dabei die Verstärkung des Ordnungsdienstes Abhilfe schaffen wird, wage ich zu bezweifeln. Wahrscheinlich hofft jeder, nicht erwischt zu werden. Ich bin also eher pessimistisch, dass sich an den bisherigen Gegebenheiten etwas ändert. Trotz allem wünsche ich erholsame Spaziergänge und „Petri Heil“ am See!

Ute von Szadkowski, Ketsch

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional