Leserbrief

Gartenschaupark Bezweifle, dass das Pokémon-Go-Spieler sind

Lieber genau hinschauen

Zum Artikel „Pokémon Go ist für die Anwohner zum Flüchten“ (SZ-Ausgabe vom 26. August) wird uns geschrieben: Als Anwohner und Pokémon-Go-Spieler möchte ich mich auch gerne zu diesem Sachverhalt äußern. Natürlich sind mir die wachsende Anzahl der Pokémon- Go-Spieler in den letzten Jahren in diesem Bereich in Hockenheim auch aufgefallen. Besonders zu den sogenannten Events ist der Gartenschaupark voller Spieler. Das ist aber tagsüber während der Öffnungszeiten – und somit kein Problem.

Auch mit nächtlicher Ruhestörung durch die Spieler habe ich bereits meine eigenen Erfahrungen gemacht, als einige immer wieder spät nachts gegenüber unseres Hauses Autotüren zuschlugen und laute Gespräche führten. Um dies zu beenden, habe ich schließlich die Polizei gerufen. Das ist meiner Meinung nach die geeignete und angebrachte Maßnahme bei jeder Art der Ruhestörung.

Ein Entfernen von Pokestops oder Pokémon-Arenen halte ich jedoch nicht für das geeignete Mittel, denn damit nehmen sie vielen begeisterten Spielern, die das Spielen im Gartenschaupark in angemessener Lautstärke und angemessenem Verhalten genießen, ihre Freude. Vielleicht könnte man stattdessen häufiger die Autofahrer kontrollieren, die in langsam am Park vorbeifahrenden Autos Pokémon Go spielen. Ich selbst habe bereits einmal einen Polizisten darauf angesprochen. Und dieser erklärte mir, dass das Problem bekannt sei, von Handlungsansätzen war keine Rede.

Um auch den Hausfriedensbruch anzusprechen. Ich gehe davon aus, dass damit Personen gemeint sind, die nachts in den Gartenschaupark einsteigen. Ich bezweifle sehr, dass es sich dabei um Pokémon-Go-Spieler handelt, da man diese auch nachts noch auf den Parkplätzen vor dem Park spielen sehen kann, da die meisten Pokestops und Arenen problemlos von dort aus zu erreichen sind. Nächtliche Einbrüche in den Park gibt es schon immer, vor allem in den Sommermonaten und immer wieder gerne in den Ferien.

Bevor Hockenheim also in einer Hauruck-Aktion Spielstätten entfernen lässt, sollte der Landtagskandidat Sturm genau nachforschen lassen, inwiefern tatsächlich Pokémon Go mit den Problemen in Verbindung gebracht werden kann. Nur wegen einigen schlecht erzogenen Individuen sollte man nicht einen ganzen „Spielplatz“ entfernen.

E. Moore, Hockenheim

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