Leserbrief

Parteienkritik Pflegenotstand, Armut und Wohnungsnot sind Themen / Den Rücktritt vom Rücktritt interessiert doch keinen

Mal um die wichtigen Sachen kümmern

Ach wie schön, dass unsere pflichtbewussten Volksvertreter sich um alles Wichtige kümmern, etwa um das banale Unterscheidungsmerkmal, ob es Transit- oder Transferzentrum heißt, dabei aber das Volk, das sie gewählt hat, vergessen. Pflichtbewusstsein, Augenmaß und Verantwortung dem Bürger gegenüber, das sollte die erste Pflicht sein. Der Diätenerhöhung oder der Parteienfinanzierung den Vorzug zu geben, das ist demokratiefeindlich.

Flüchtlinge, Asyl, Abschiebung, Grenzen zu oder auf, ein nicht endendes Thema, das unsere politische Führung hauptsächlich beschäftigt – leider! Ans Hofieren des Volkes wird nur vor Wahlen gedacht, abenteuerliche Versprechungen sind dann die Maxime, die dem Lügenbaron Münchhausen gleichen, aber im Nirwana enden.

Rücktritt vom Rücktritt, Küsschen da und dort, Selbstbeweihräucherung, Egoismen, Verherrlichung und Verdrehung der Tatsachen sind den Politikern wichtiger als die vielen „Baustellen“ hier im Land.

Nebenbei werden Milliarden verschwendet und in den Sand gesetzt – siehe Flughafen Berlin oder Stuttgart 21. Verantwortlich fühlt man sich selten – oder man ist überfordert.

Beispiele gibt’s zur Genüge: Pflegenotstand, Hartz-IV-Armut – auch im Rentenalter trotz „immenser Erhöhung von 3,22 Prozent – im Vergleich zu den „mickrigen Diäten“. Tafelläden müssen fürs tägliche Brot sorgen, Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit drohen – ein Missstand, der zum Himmel schreit.

Dass Merkel & Co. nebst den Genossen daran in naher Zukunft etwas ändern, ist illusorisch, weil Lobbyismus und Klientelpolitik eine große Rolle spielen, womit die Glaubwürdigkeit und der Auftrag des Wählers in Frage gestellt wird oder gar zur Farce verkommt.

Der Politikverdrossenheit wird noch Vorschub geleistet, aber ständig beklagt man sich und ermahnt Bürger, weil sie anderen Parteien Sympathien entgegenbringen und bei Wahlen berücksichtigen. Auch, weil denen Patriotismus, Vaterlandsliebe und Wertvorstellungen wichtiger sind, als den sogenannten Volksparteien. Man kann eigentlich nur hoffen, dass dieser elitären Führungsriege unter der Reichstagskuppel alsbald ein Licht aufgeht, damit auch nachfolgende Generationen ohne Existenzängste ihr Leben in Zukunft besser gestalten können.

Gerhard Klee, Ketsch

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