Leserbrief

Grüne Heimat Durchschaubare Alibiveranstaltung einer Pseudoelite / Wenn alle einig sind gegen die „bösen Rechten“

Mehrheit will Gewissheit zu Fragen

Heimat wird nicht weniger, wenn man sie teilt.“ Mit diesem Zitat von Landesvater Kretschmann war die grundlegende Botschaft und das intellektuelle Niveau dieser Veranstaltung zum Thema Heimat vorgegeben. Der erste Teil des Heimatabends im Schwetzinger Palais Hirsch glich einer Mischung aus inszenierter Talkrunde und der Selbstvergewisserung einer sektenähnlichen Gemeinschaft.

Frau Baerbock, Co-Vorsitzende der Grünen und Dr. Blume, Antisemitismusbeauftragter und Hansdampf der CDU, wenn es um Integration und Islamversteheritis geht, unterhielten das Publikum mit einer Melange aus kindischen Histörchen und flachsinnigen Botschaften, garniert mit den sattsam bekannten Bekenntnissen zu Europa als Friedensprojekt, Klimaschutz statt Weltuntergang und offenen Grenzen für jedermann.

Dr. Blume beeindruckte mit der Erkenntnis, dass der Mensch per se nicht gut zu sein scheint. Diese höhere Banalität erschloss sich dem Religionswissenschaftler nicht während eines studentischen Vorseminars, sondern erst jüngst, aufgrund zahlreicher, vulgärer Hassreden im Internet, geäußert von Rechtspopulisten. Es käme Dr. Blume nie in den Sinn, dass sich das Böse auch anderswo manifestieren könnte, zum Beispiel bei Vergewaltigungen, Sexattacken, Ehrenmorden, Messerattacken, Ins-Koma-Treterei und anderen Gewalttaten, zumeist begangen von jungen Männern aus archaischen, islamischen Kulturkreisen.

Auf der gleichen Wolke der Wirklichkeitsverweigerung dahinschwebend, stellte er fest: Eine Islamisierung Deutschlands wird nicht stattfinden. Dass an vielen Schulen mit überwiegend muslimischen Kindern keine Gerichte mit Schweinefleisch angeboten und die Kantinen während des Ramadan geschlossen werden, das sind Tatsachen, die von solch politisch korrekten Heilspredigern unter Tabu gestellt werden.

Wie die Grünen zum Thema Heimat stehen, dürfte klar sein, seit Frontfrau Claudia Roth Ende 2015 unter Parolen wie „Deutschland Du mieses Stück Scheiße“ bei einer linken Demo mitmarschierte. Auch Grünen-Vorsitzender Habeck bläst ins gleiche Horn, wenn er in seinem Buch „Patriotismus“ (2010) bekennt: „Vaterlandsliebe fand ich stets zum Kotzen, ich wusste mit Deutschland nichts anzufangen und weiß es bis heute nicht.“

Bei so viel Verachtung für die deutsche Heimat war es nicht verwunderlich, dass über das zentrale Thema wenig Substanzielles mitgeteilt wurde. Dem Publikum, überwiegend Sympathisanten, gefiel es trotzdem. Man gewahrte sich in der Wohlfühlzone linker Kleinkunstbühnen, wo alle einig sind und jeder brav mit klatscht, auch wenn man die Pointe nicht kapiert hat.

Damit war Schluss, als die Diskussion eröffnet wurde. Nach den ersten drei kritischen Fragen war es mit der Freude an Vielfalt, diesmal in Form abweichender Meinungen, schnell vorbei. Unter dem Vorwand abendlicher Schwüle wurden anstandshalber nur noch zwei Fragen zugelassen. Dies führte bei Einzelnen, die vorrangig wegen der Diskussion gekommen waren, zu lautstarkem Protest.

Solch durchschaubare Alibiveranstaltungen sollen den Grünen in Zeiten wachsender Ungewissheit verlorenes Gelände zurückgewinnen. Wichtige Themen wie Heimat, Volk, Nation sind der linksgrünen Pseudoelite abhanden gekommen und werden nun im öffentlichen Diskurs von Anderen besetzt und das sind die bösen Rechten.

Dieses „Framing“ funktioniert nicht mehr, denn die Mehrheit will kein Gender-Mainstreaming mit 4000 + x Geschlechtern und keine Multikulti-Heimat, die man unter Zwang mit jedem Dahergelaufenen teilen muss und wo die Regeln des Miteinanders täglich neu verhandelt werden. Statt Beliebigkeiten will die Mehrheit Gewissheit zu den Fragen „Wer bin ich?“ und „Wo gehöre ich dazu?“. Heimat gibt darauf wichtige Antworten.

Weder Grüne noch Linke können da einen Beitrag zur Orientierung leisten. Denn die reden von Heimat, so wie Blinde Farben erklären.

Matthias Schneider, Speyer

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