Leserbrief

Ketscher Gemeinderat Die SPD-Mitglieder begehren auf

Mein lieber Scholli

Was für ein Armutszeugnis für die Gemeinderatsfraktion der Ketscher Sozialdemokraten. Muss doch erst die Mitgliederversammlung die Fraktion beauftragen, dass sie Einsicht in den Bauzeitplan bezüglich des Umbaus der Schwetzinger Straße nimmt. So geschehen bei der Mitgliederversammlung des hiesigen Ortsvereins.

Ja geht’s denn noch?! Die SPD- Räte haben keine Ahnung, wie es weitergeht in der „Ketscher Hauptstraße“. Zugegeben, das ist wenigstens ehrlich, aber auch erbärmlich. Anscheinend wissen die Genossen nicht, was Sinn und Aufgabe des Gemeinderates ist – nämlich die Überwachung des Bürgermeisters und der Verwaltung – und im Besonderen der Beschlüsse des Gemeinderates. Doch in Ketsch scheint dies nicht der Fall zu sein. Die „Holzmichelfraktion“ macht ihrem Spitznamen keine Ehre, sie lebt kaum noch. Ein Blick in die Gemeindeordnung ist zu empfehlen.

Dass die Schlafmützigkeit des Bauamtes inzwischen Allgemeinwissen ist, muss man in Ketsch als gottgegeben hinnehmen. Aber die Ausreden der Verwaltung, wenn das Schwimmbad drei Wochen später als in den Nachbargemeinden aufmacht und der Hohwiesenkiosk immer noch nicht fertig ist, sorgt doch für so manchen Lacher. Über die maroden Straßen im Ortskern und die schadhafte Kanalisation sieht man ja auch großzügig hinweg. Alles geschenkt. Hauptsache, der Umbau der Schwetzinger Straße und die Marktplatzerneuerung werden durchgezogen.

Unbelehrbar und schnell sind Rathaus und Bauamt dagegen, wenn es ums Fällen innerörtlicher Bäume geht. Kaum ist der Beschluss im Rat gefasst, wird abgeholzt. Hier trifft der Spitzname „Holzhackergemeinde“ voll zu. Anfragen aus Kanada sollen vorliegen.

Und dies geschieht mit Zustimmung der Sozialdemokraten. Die (Zitat) „für ein offenes, mutiges und lebenswertes Ketsch“ eintreten.

Zur Ehrenrettung der Ketscher SPD, die übrigen Mitglieder des Gemeinderates sind – von wenigen Ausnahmen abgesehen – genauso devot, um nicht zu sagen servil, gegenüber der Verwaltung.

Nächstes Jahr sind Gemeinderatswahlen, dann hat man Gelegenheit, solche Leute abzuwählen. Dass man mal an der falschen Stelle sein Kreuzchen macht, das kann jedem passieren. Doch nur der Dumme verharrt in seinem Irrtum.

Walter Rohr, Ketsch

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