Leserbrief

Erinnerung Künstler Gunter Demnig verlegte bereits über 62 000 Stolpersteine – 315 davon für Zeugen Jehovas

Menschen ihren Namen zurückgeben

Am 12. Mai 2018 um 9.30 Uhr verlegt in Böhl-Iggelheim/Rheinland-Pfalz, Sandgasse 41, der Künstler Gunter Demnig je einen Stolperstein für die Zeugen Jehovas Jakob Bug und Katharina Bug. Wie wir wissen, sagte Jesus in der Bibel, in Johannes 15:20 voraus: „Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen!“ Außerdem heißt es in 2. Timotheus 3:12 wie folgt: „Tatsächlich werden alle, die in Gemeinschaft mit Christus Jesus in Gottergebenheit leben wollen, auch verfolgt werden!“ In der Dokumentation „Repression und Selbstbehauptung“ wird gesagt: „Die erstaunliche Selbstbehauptung der Zeugen Jehovas beruht auf einer einfachen grundlegenden Tatsache. Jeder einzelne Zeuge Jehovas hat sich, bevor er ein Zeuge Jehovas wird, durch ein persönliches Studium der Bibel davon überzeugt, dass die Bibel ihrem Anspruch entsprechend Gottes Wort ist und dass die darin für Christen enthaltenen Gebote in unserer Zeit für sie bindend sind, ungeachtet der Aussagen der modernen Textkritik; ebenso haben damals die ersten Christen die Bibel als Gottes Wort anerkannten!“ Unter dem NS-Regime leisteten Jehovas Zeugen gewaltlosen geistigen Widerstand aus christlicher Überzeugung. Dazu gehörten auch Jakob und Katharina Bug. Jakob Bug wurde am 20. Februar 1898 in Hassloch geboren. Von Beruf war er Isolierer und verheiratet mit Katharina Bug, geborene Liedy, geboren am 2. Mai 1898 in Iggelheim. Das Ehepaar wohnte in lggelheim/Pfalz. Im Jahre 1925 symbolisierte Jakob Bug seine Hingabe an Jehova Gott durch die Wassertaufe. Auch seine Ehefrau, Katharina Bug wurde im Jahre 1925 als Zeichen ihrer Hingabe an Jehova Gott getauft. Unter dem NS-Regime stand die Zeugin Jehovas Katharina Bug vor dem Sondergericht Mannheim und kam ins Gefängnis von Karlsruhe und anschließend ins Gefängnis von Mannheim. Sie wurde 1945 befreit und starb am 9. Januar 1953 in Böhl-Iggelheim.

Unter dem NS-Regime wurde Jakob Bug am 10. Oktober 1939 wegen Kriegsdienstverweigerung zu lebenslänglichem Zuchthaus von der Wehrmachtskommandatur verurteilt, laut Gerichtsurteil: R.II.1.23/39, Wiesbaden vom 2. Februar 1940. Jakob Bug war in den Gefängnissen Berlin, Lingen, Hamm, im KZ Esterwegen und im KZ Brandenburg inhaftiert. Nach mehr als fünfjähriger Haft wurde Jakob Bug am 29. Mai 1945 im Zuchthaus Waldheim befreit, verstarb aber wenig später am 24. Juni 1945 an den Haftfolgen, in den Lungenheilstätten Hainberg in Zschardraß/Sachsen, gemäß den Daten im Standesamt Colditz/Sachsen. Allen treuen Christen gilt die Zusicherung aus der Offenbarung 2:10: „Erweise dich als treu selbst bis in den Tod, und ich will dir die Krone des Lebens geben!“ Der Künstler Gunter Demnig hat nun bereits europaweit über 62 000 Stolpersteine verlegt – darunter sind auch 315 für Zeugen Jehovas. Bestimmt ist es gut, an diese Menschen zu erinnern – oder wie der Künstler sagt, ihnen ihren Namen zurückzugeben. Kurt Willy Triller, Eppelheim

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