Leserbrief

Stolpersteine in Hockenheim

Mit Füßen treten?

Selbst der Zentralrat der Juden in Deutschland lehnt mehrheitlich die sogenannten Stolpersteine für ehemalige jüdische Bürger ab. Der Grund ist mehr wie einleuchtend. Es ist kaum eine Ehrebietung, wenn die Opfer hinterher noch mit Füßen getreten werden. Sie auf eine Weise anzubringen, dass man wirklich darüber stolpert, wird aus Gründen des Unfallrisikos kaum möglich sein.

Auch ein Hund wird sich beim Hinterlassen seiner Bedürfnisse nicht um den Namensträger kümmern. Höchstens zur Entlarvung von Neonazis könnten diese Steine nützlich sein. Wer darauf tritt ist zumindest verdächtig. Kurz gesagt, wäre eine Erinnerungstafel direkt am Haus nicht sinnvoller? Allerdings wäre das keine Kunst - ein weiterer Begriff heute. Für den Künstler sicherlich nicht. Er hat sich damit künstlich ein Dauereinkommen geschaffen und verdient sich eine goldene Nase mit dem Leid der Opfer. Hut ab! Darauf muss erst einer kommen. Ich persönlich aber betrachte diese Kunst fast als eine moderne Spielart der Leichenfledderei. Schade, dass das den Befürwortern bis jetzt nicht aufgefallen ist.

Winfried Bock, Hockenheim

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