Leserbrief

Mobilitätswende Überholverbote und generelle Regelungen wären zeitgemäß

Mit Tempolimit ins E-Auto-Zeitalter

Eine nie da gewesene Zahl von Fahrzeugen tummelt sich auf Deutschlands Straßen. 47,1 Millionen Pkw, 3,1 Millionen Lkw, 4,4 Millionen Motorräder und 0,5 Millionen Oldtimer sind gemeldet. Ausländische Fahrzeuge kommen hinzu. Beim Lkw-Verkehr verdoppelt sich die Anzahl durch die ausländischen Spediteure. Eine steigende Tendenz auch bei den Unfällen – 2,6 Millionen jedes Jahr – Jahr für Jahr eine riesige Schadensumme.

Täglich liest man, dass wieder ein Raser in ein Stauende gekracht ist. Die sogenannte letzte Freiheit des selbstbestimmten Tempos wird von Rasern mit Füßen getreten. In ganz Deutschland – von Flensburg bis Oberstdorf – haben wir jeden Tag unzählige Verkehrsstaus. Was hier im Jahr an Arbeitszeit und Freizeit verbracht wird, ist noch nie bewertet worden, die Schadstoffmengen ebenfalls nicht. Mit einem Schilderwald wird versucht, Raser zu bremsen – Stauwarnung, gefährliche Kurven, Steigungen, Gefälle, Baustellen. Es nützt nichts, Raser und Drängler wollen überall die Nase vorne haben.

Bei uns wären an einigen Stellen Überholverbote angebracht. Zum Beispiel zwischen Ketsch und Schwetzingen. Hier wird eine 70er- Zone für nur 500 Meter unterbrochen, um das Überholen und die Beschleunigung auf 100 zu erlauben. An dieser Stelle ereignete sich vor kurzem ein tödlicher Unfall. Kann man hier nicht auf die 500 Meter Risiko verzichten und für diese Kurzstrecke durchgängig ein Überholverbot anordnen?

Das gleiche zwischen Ketsch und Brühl am Klärwerk – 500 Meter freie Fahrt für Risikofahrer – und das bei katastrophalem Straßenzustand. Und wer hatte auf der viel befahrenen Strecke zwischen Ketsch und Brühl, der L 599, an der Schnellbahntrasse, noch nicht das Erlebnis, dass ein Geisterfahrer einem entgegenkommt und man nur durch eine Notbremsung einen Zusammenstoß verhindern konnte?

Ein letztes Beispiel, das 4,5 Kilometer lange Teilstück der B 291 im Wald zwischen Oftersheim und Walldorf. Es hat fünf Zonen mit Tempo 70 und Überholverbot, zwischen den Zonen wird riskant überholt. Wir sind der Meinung, angesichts des beginnenden E-Auto-Zeitalters sollte der Straßenverkehr entschleunigt werden. E-Autos, obwohl sprintstark, dürfen, um vernünftige Reichweiten zu haben, sowieso nicht wesentlich schneller als 130 fahren. Da würde es gut passen, wenn eine gemeinsame Obergrenze für alle PKW eingeführt würde. Die Behörden müssen Schilder aufstellen, die mehr Gelassenheit im Straßenverkehr erzwingen.

Tempo 130 auf Autobahnen und Überholverbote auf Bundesstraßen, Landstraßen und kommunalen Straßen. Das Ergebnis wären weniger Stauzeiten, weniger Unfälle und eine geringere Schadstoffbelastung. Nichts tun ist keine Lösung.

Werner und Ingrid Jäkel,

Schwetzingen

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