Leserbrief

Gemeinderat Neulußheim Das Projekt erst mal auf Eis legen

Muss das sein: Zweite Sporthalle in Krisenzeiten

Die Ausschreibung für den Rohbau der zweiten Sporthalle in Neulußheim wurde von Teilen des Gemeinderats auf den Weg gebracht, obwohl der bereits 2016 geforderte Belegungs- und Bedarfsplan nicht vorgelegt wurde.

Auch die den Anwohnern versprochene Aussprache über die Notwendigkeit des Projekts wurde nicht eingehalten. Dass man, nachdem alles bereits vergeben war, die Anwohner zur Besichtigung der Baupläne einlud, passt zu diesem dubiosen Vorgehen.

Die ursprünglich genannten Kosten in Höhe von 1,8 Millionen Euro reichen nicht mal für den Rohbau. Wie bei öffentlichen Vorhaben üblich, würde es nicht verwundern, wenn die Drei-Millionen-Grenze überschritten wird.

Erstaunlich ist auch, dass bisher kein Wort zu den Unterhaltskosten verloren wurde. Diese werden sich jährlich im sechsstelligen Bereich bewegen. Darüber gehen Bürgermeister und Gemeinderat einfach hinweg. Gleichzeitig wird über einen Zuschuss von 1000 Euro für das sehr erfolgreiche Projekt „Heiß auf Lesen“ für die Bücherei gestritten.

Einzelne Gemeinderäte waren der Meinung, dass es sich dabei um eine freiwillige Leistung handelt und man genau hinschauen müsse, ob dies jetzt und künftig finanzierbar sei. Bei mehr als 100 000 Euro haben genau diese Akteure diese Bedenken nicht. Da kann man sich nur an die Stirn fassen!

Die Gemeinde ist sehr stark von den Steuerzuweisungen des Landes abhängig. Durch Corona werden die Steuereinnahmen massiv sinken. Das wird sich auch im Neulußheimer Haushalt spürbar niederschlagen. Mit der Folge, dass dem Bürger höhere Steuern und Gebühren sowie Leistungskürzungen bevorstehen – oder die Verschuldung wird nach oben getrieben.

Deshalb wäre es wichtig, dass der Gemeinderat bereit wäre, das Vorhaben auf Eis zu legen, bis klar ist, wie das finanziell gestemmt werden kann und ob die Verwaltung den Blick auf einen Bedarfsplan ermöglicht.

In der zweiten Jahreshälfte 2019 habe ich festgestellt, dass es große Leerstände in der Hallenbelegung gab. Ein echter Bedarf von Trainingsstunden scheint mir überhaupt nicht vorzuliegen.

Die Corona-Krise führt ja bei vielem zu Neubewertungen. Schön wäre es, wenn der Neulußheimer Gemeinderat sich beim Bau der Halle auch zu einer Neubewertung durchringen könnte. Meine Erfahrungen sind leider wenig positiv, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Horst Ehrenfried, Neulußheim

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