Leserbrief

"Fall Weiß"

Nach Niederlage Folgen minimieren

Ich nehme Bezug auf den Artikel ",Fall Weiß' entfesselt Hitler den Zweiten Weltkrieg" (29. August).

Dass Deutschland (ob unter Hitler oder einer anderen Regierung) irgendwann versuchen würde, "die Fesseln des Versailler Vertrages abzustreifen", ist doch selbstverständlich. Jedes Land wird versuchen, nach einem verlorenen Krieg, die nachteiligen Folgen der Niederlage zu minimieren.

Das nicht zu tun müsste man einer Regierung als sträfliches Versäumnis ankreiden. Und dass die deutsche Wehrmacht m Anfang des Krieges nicht über ausreichend Munition und Treibstoff für einen mehrjährigen Weltkrieg verfügte, ist klar. Aber selbstverständlich hoffte man, im Laufe des Krieges diese Sachlage zu verbessern, was ja auch anfangs weitgehend gelang: So wurde zum Beispiel die Industrie des niedergerungenen Frankreichs der deutschen Rüstung dienstbar gemacht. Das nicht zu tun, wäre auch unverständlich gewesen.

Dass man dann schließlich glaubte, auf Dauer einen Krieg gegen die USA und die Sowjetunion siegreich durchstehen zu können, das war allerdings Größenwahn.

Helmut Rudel, Ketsch

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