Leserbrief

Holocaust-Gedenktag Die Feinde Israels dürfen nicht die Freunde Deutschlands sein / „Nie wieder“ sollte kein Lippenbekenntnis sein

Nicht weiter mit dem Iran paktieren

Am 27. Januar war es 74 Jahre her, als endlich für den „Rest“ der überlebenden Juden in Auschwitz die Befreiung kam – durch die Rote Armee. Diese fand in dem evakuierten Komplex noch 7600 Überlebende und 650 Leichen vor. In den Magazinen fanden sie unter anderem 7,7 Tonnen menschliches Haar.

Auschwitz ist zum Synonym für millionenfachen Mord geworden, für Folter und Menschenversuche, für eine bis ins letzte geplante Vernichtungsmaschinerie. Wenn man sich Bilder und Liveberichte zu diesem Geschehen des Holocaust ansieht und anhört, überkommt einem das Grauen. Hitler wollte weltweit die Juden vernichten.

Alan M. Dershowitz, ein US-amerikanischer Jurist, Hochschullehrer und Publizist, schreibt: „Die Einzigartigkeit des Holocaust bestand nicht im Entschluss der Nazis, die in Deutschland lebenden Juden umzubringen und darüber hinaus die im benachbarten Polen. Das eigentliche Anliegen des Holocaust bestand in dem Plan der Nazis, alle Juden weltweit in Todeslagern zu versammeln und der jüdischen ,Rasse’ für immer ein Ende zu bereiten.“

Der offizielle Führer der palästinensischen Muslime – Hadj Amin Al-Husseini, der Großmufti von Jerusalem – arbeitete eng mit Hitler zusammen. Er verkündete, dass er versuche, „die Probleme des jüdischen Elements in Palästina und anderen arabischen Ländern“ mit „der gleichen Methode“ wie Deutschland zu „lösen“.

Husseini, der die Kriegsjahre übrigens in Berlin verbrachte und später in Nürnberg zum Nazi-Kriegsverbrecher erklärt wurde, schrieb Folgendes in seinen Memoiren: „Unsere Grundbedingung für eine Zusammenarbeit mit Deutschland war es, freie Hand bei der Ausrottung auch des letzten Juden in Palästina und der arabischen Welt zu haben.“ Husseini plante in Nablus – das liegt im heutigen Israel – ein Auschwitz nachempfundenes Todeslager für Juden.

Im Radio der Nazis wurde folgender Aufruf von ihm gesendet: „Tötet die Juden, wo immer ihr sie findet – das gefällt Gott, der Geschichte und der Religion.“ Und heute? Hat sich etwas geändert? Man sagt zwar offiziell „Nie wieder“ – doch was tut Deutschland? Man sponsert weiterhin Milliarden für das arme „palästinensische Volk“ aus dem Gaza-Streifen. Wen kümmert es, dass dieses Geld nicht für die Bevölkerung, sondern für die Vernichtung Israels eingesetzt wird? Für Waffen aus dem Iran, für Tunnel in israelische Gebiete zwecks Entführungen, für Überfälle und Morde.

Unser Land führt weiterhin Geschäfte mit dem Iran, dessen Ziel es ist, Israel auszulöschen. Schon der frühere Präsident des Iran drohte Israel die nukleare Zerstörung an. Er war bereit, eigene „Verluste“ seiner Bevölkerung bei einem „Gegenschlag“ hinzunehmen. Der gegenwärtige Präsident Mahmud Ahmadinedjad ruft nach einem modernen Holocaust, der „Israel von der Landkarte tilgen“ würde. Trotz dieser antisemitischen Drohungen wird er oft noch bewundert und seine Drohungen werden leider gar nicht ernst genommen. Das Middle East Media Research Institute (MEMRI) hat am vergangenen Mittwoch ein Video veröffentlicht, in dem der stellvertretende Befehlshaber der iranischen Revolutionsgarden, Hussein Salami, einmal mehr Israel vor seiner Vernichtung warnt. Hussein Salami sprach vor einem voll besetzten Saal von einer „vereinigten islamischen Armee“ in Syrien,“die Missetäter (nämlich Israel) auszulöschen“.

Warum löscht und unterbindet man nicht auch die Hetzkampagnen auf Facebook gegen die Juden – auch in unserem Land? Kein Jude kann sich mehr öffentlich auf der Straße mit seiner Kippa zeigen. Mit der verstärkten Aufnahme zum Teil muslimischer, judenhassender Flüchtlinge wird dieser Boden des Judenhasses wieder genährt und gestärkt.

„Mena Watch“, der unabhängige Nahost-Thinktank, stellt am 27. Januar klar: „Deshalb ist es heuchlerisch, der toten Juden zu gedenken, wenn man sich nicht an die Seite der lebenden stellt. Mehr als 70 Jahre nach dem Holocaust hofiert die europäische Politik dem gegenwärtig gefährlichsten Feind von Millionen Juden. Wer mit dem Regime im Iran paktiert, möge am Holocaust-Gedenktag schweigen.“

„Die Welt“ schreibt dazu: „Umso mehr ist es zu begrüßen, dass US-Außenminister Mike Pompeo zusammen mit der polnischen Regierung über 70 Staaten für den 13. und 14. Februar zu einer Konferenz nach Warschau eingeladen hat, die sich mit diesen Fragen befassen wird. Die Konferenz soll vor allem Strategien gegen den Iran entwickeln. In dieser Woche, kurz vor dem Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, hat das Mullahregime erneut bewiesen, dass es die Arbeit der Nazis zu Ende führen will. Schon vor Wochen hatte der iranische Präsident Hassan Ruhani Israel als „Krebsgeschwür“ bezeichnet, das ausgelöscht werden muss. Ein Land, das Israels Sicherheit als Teil seiner Staatsräson bezeichnet, muss die Konferenz in Warschau unterstützen. Außenminister Heiko Maas sollte meiner Ansicht nach daran teilnehmen. Und Frau Mogherini mitnehmen. (Die Welt, 22. Januar).

Nach Dershowitz wird man an der Bereitschaft, in Warschau teilzunehmen, erkennen, ob das von Außenminister Heiko Maas wiederholte Bekenntnis zum „Nie wieder“ mehr als ein Lippenbekenntnis ist. Nicht außer Acht lassen sollte man die Verheißung und das Gericht Gottes. „Wer Israel segnet, wird gesegnet werden. Wer es verflucht, wird verflucht werden“ (1. Mos. 27,29).

Dora Weimer, Hockenheim

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