Leserbrief

Explosion in Beirut

Parallelen zu sehen

Zu dem schweren Unglück, das zu unser aller Mitgefühl Beirut getroffen hat, gab es am 21. September 1921 eine ebenso schmerzliche Parallele in unserer Kurpfalz.

Nachdem ihr mit dem Haber-Bosch-Verfahren die Ammoniaksynthese gelungen war, produzierte in Ludwigshafen die BASF über den ganzen Winter hinweg Dünger für die Landwirtschaft. Im Lauf der Monate kamen riesige Mengen zusammen, die im Frühjahr und Herbst den Bauern verkauft wurden.

Das Problem dabei war, dass das gelagerte Ammoniak sich zusammenklumpte und schwer zu trennen war. Um beim Portionieren und Verpacken des Düngers Zeit zu sparen, ließen die Arbeiter kleine Mengen Sprengstoff explodieren. So ließen sich die Düngerberge in verarbeitungsgeeignete Brocken trennen und weiter in Säcke füllen.

Das klappte jahrelang, aber am Tag des Unglücks täuschten sie sich bei der Sprengstoffmenge: Der gesamte Vorrat explodierte, was eine entsetzliche Tragödie auslöste. 561 Menschen verloren ihr Leben und 1977 wurden verletzt. So wie Beirut brauchte auch die BASF Hilfe. Sie kam von anderen Chemieunternehmen, mit denen sie sich in der IG Farben verband.

Helmut Mehrer, Brühl

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