Leserbrief

Alter Messplatz Trotz der zahlreichen zusätzlichen Veranstaltungen wurden kaum neue Parkplätze geschaffen

Quo vadis Schwetzingen

Seit zirka 30 Jahren taucht in jeder Dekade wieder das Bebauungsgespenst vom Alten Messplatz in Schwetzingen auf. Mal verkleidet als Kongresszentrum wie in den 1980er Jahren, als man für den Architektenwettbewerb bereits 150 000 Mark auslobte. Oder seit 20 Jahren als Hotelkomplex mit angeschlossener Tiefgarage, wie es auch im Moment wieder versucht wird, an den Bürger zu bringen. Beide vorherigen Male, wurden die Bebauungspläne in die Schublade der Verantwortlichen gelegt und verschwanden damit in der Versenkung.

Wobei man sich hier mal klar werden muss, das im gleichen Zeitraum der letzten 40 Jahre im innerstädtischen Bereich der Quartiere die Zahl der Parkplätze trotz der enormen Steigerung von Veranstaltungen im kulturellen Bereich wie auch der Zunahme von Gästen im Schloss-garten nur um 100 Stück zugenommen hat. Diese Zahlen können anhand von Luftaufnahmen, die ich aus meinem Archiv gezogen habe, belegt werden. Und dies trotz des Neubaus von mittlerweile drei Tiefgaragen in der Innenstadt. Waren es um 1977 ungefähr 830 Parkplätze sind es heute zirka 940 Stellplätze.

So stellt sich hier die Frage, ob man auch ein für die momentane und zukünftige Parkplatzsituation angepasstes Konzept seitens der Stadt bereits ausgearbeitet hat. Da man doch schon seit längerer Zeit versucht, den Verkehr in Schwetzingen aus der Innenstadt herauszuhalten (was ja auch in Ordnung geht), trotz dass man sich seines touristischen Stellenwertes in der Region bewusst ist. Dies konnte man ja im Laufe der Woche in deinem Artikel der SZ lesen. Denn wie es in den letzten Jahren so oft der Fall schon war, kommt es in Schwetzingen bei Großveranstaltungen wie Lichterfest, Spargelfest, Concours oder Open Air immer wieder zu einem "lustigen" Parkplatz suchen der Besucher. Hier wird dann teilweise bis hoch in die Nordstadt, in den Schälzig oder den Bereich des Kleinen Feldes alles zugeparkt. Am besten sollte man dann die Feuerwehr nicht durch die besagten Wohngebiete fahren lassen!

Bei dieser Problematik, die der Neubau eines Hotelkomplexes auf dem Alten Messplatz noch verschärfen würde, kann ich mir nicht vorstellen, dass unter dem Hotel eine Tiefgarage entstehen soll, die die bereits jetzt 176 öffentlichen Parkplätze wie auch die Stellplätze für das Hotel beinhaltet, geschweige denn die heute hier befindlichen Omnibusparkplätze.

Zumal der Alte Messplatz zu einem Viertel bereits mit einem Regenrückhaltebecken im Untergrund verbaut wurde, und der Rest durch die ehemalige Sprit- und Petroleumfabrik Brüggemann, die bereits in den 1920er Jahren abgerissen wurde, unterkellert ist. Hieraus entsteht die nächste Frage eventueller Altlasten, die hier im Erdreich schlummern könnten? Dieser Punkt wurde öffentlich überhaupt noch nicht thematisiert.

Sollte man in Schwetzingen seitens des Gemeinderats dieses Bauunterfangen weiter vorantreiben, bitte ich doch auch die oben angesprochenen Punkte vorher klar auszuarbeiten und anzusprechen, sowie wirklich die ganze Schwetzinger Bevölkerung in diesen Entscheid mit einzubeziehen.

Andreas Moosbrugger,

Schwetzingen

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