Leserbrief

Die Linke Es braucht keine weitere Partei, die die Transformation zur vermeintlich ökologischen Gesellschaft forcieren will

Realismus und Machbarkeit

Zum Artikel „Zukunft des Hockenheimrings ohne Formel 1“ in der SZ-Ausgabe vom 12. September, bei dem die Kandidaten der Partei „Die Linke für die Landtagswahl in Baden-Württemberg interviewt wurden, wird uns geschrieben:

Ob Baden-Württemberg noch eine Partei braucht, die die Transformation zur vermeintlich ökologischen Gesellschaft forcieren will, ist zu bezweifeln. Was wir wirklich brauchen, ist ein mehr an Realismus, Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und bezahlbaren Strom, der uns Verbraucher und der Industrie eine Planbarkeit und Verlässlichkeit bietet, wie wir sie mit den bisherigen Energieträgern hatten.

Ein Wunschkonzert ist zwar sehr schön, aber es muss vor allem realistisch und erfüllbar sein. Wir sind kein Agrarland, sondern ein Industrieland und können uns Blackouts, wie der „Fast-Blackout“ im Großkraftwerk Mannheim, verursacht durch die Klimaaktivisten, nicht leisten. Man kann erst dann abschalten, wenn ein guter Ersatz da ist, jetzt auf schnelle Interimslösungen zu setzen, die dann wieder abgeschafft werden, macht wenig Sinn und ist kostspielig.

Bürgerinitiativen haben ihren Sinn darin, dass sie die Interessen der Bürger vertreten, denn die kommerziellen Interessen werden bereits durch Firmen und oftmals durch die Politik gut vertreten. Da die beiden linken Vertreter selbst einer Initiative angehören, wissen sie dies aus eigener Erfahrung.

Mit der Thematik der Tiefengeothermie hat sich der Linken-Kandidat Reck offensichtlich nicht ernsthaft auseinandergesetzt. Leere Worthülsen, die man eins zu eins auch bei Kernkraft oder sonstigen Energieformen verwenden könnte. Die ketzerische Frage lautet immer wieder: Warum macht’s denn niemand richtig? Die Branche hatte zehn bis 20 Jahre Zeit zu lernen und es besser zu machen. Stattdessen floppt sie nach wie vor, während sich echte saubere Energie wie Solar- und Windkraft technisch immer weiterentwickelt und auch intelligente Lösungen zur Speicherung der nicht benötigten Energie für Flautezeiten in petto hat.

Darüber hinaus werden diese Energieformen immer billiger und erzeugen gleichzeitig immer mehr an Leistung und haben kaum Risiken für die Umwelt. Mit gesundem Menschenverstand lässt sich das Vorantreiben der Tiefengeothermie in dicht besiedelten Wohngebieten überhaupt nicht mehr erklären. Die Aussage von Florian Reck: „In Brühl sei einiges schief gelaufen“ und dies – wie so oft – auf ungenügende Kommunikation zu schieben, kommt immer dann, wenn man nicht weiter weiß und die Fakten nicht kennt oder ignoriert.

Es ist eine Fehleinschätzung, wenn man meint, dass alles nur eine Frage der Überzeugungsarbeit ist und der Bürger damit auch das dümmste Projekt schluckt.

Wenn die Bürger wüssten, welche Odyssee im Schadensfall auf sie zu-kommt, wären sie jetzt wahrscheinlich aktiver. Ein gutes Beispiel war der auf wahren Fakten basierende Spielfilm in der ARD am 10. September: „Verunsichert – Alles Gute für die Zukunft“. Anders läuft es bei Geothermieschäden auch nicht ab.

Marion DeMille, Ketsch

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