Leserbrief

Verstöße melden Wer wegschaut, ist ein Feigling

Regeln schützen uns alle

Zum Leserbrief „Denunziantentum hatten wir schon“ vom 5. September wird uns geschrieben: Wenn ein Mensch, der Bürger meldet, die, die Gesundheit der anderen gefährden, ist dieser Mensch ein Denunziant! Das sagt Martin Keßler!

Ja, richtig! Redakteurin Janina Hardung ruft dazu auf, dass rücksichtslose Menschen bestraft werden. Dass die, die gegen unsere Regeln verstoßen, spürbar bestraft werden. Ich gehe mit meiner Forderung noch weiter und fordere, dass auch andere Vergehen wieder spürbar bestraft werden. Regeln sind Mittel, um einen Zweck zu erreichen. Sie sind meist ein Mittel, ohne das dieser Zweck nicht zu erreichen ist.

Hier und heute will man erreichen, dass sich ein Virus nicht derart rasant verbreitet, dass unser Gesundheitssystem zusammenbricht. Einigen ist das egal. Regeln sind nur dann Regeln, wenn sich alle daran halten und nur dann wird das Ziel erreicht. Was passiert, wenn das Gesundheitssystem zusammenbricht? Werden dann diejenigen, die sich nicht daran halten, auch die, die Folgen davontragen müssten?

Wenn ja, dann könnte man noch sagen, selber schuld, aber genau das wollen die, die jetzt fordern: „Wir wollen nicht mehr, nehmt die Einschränkungen zurück“, natürlich auch nicht. Durchaus hat hier jeder Bürger auch die Verantwortung, auf Verstöße aufmerksam zu machen. In unserer Gesellschaft wird viel zu viel weggesehen! Es gibt immer weniger Menschen, die bereit sind, sich hinzustellen und zu sagen: „Das macht der falsch, der verstößt gegen wesentliche Regeln unserer Gesellschaft.“ Regeln sollen unser Verhalten regulieren und uns auch durch Strafen dazu bringen, dass wir unser Verhalten der Gemeinschaft unterordnen. Regeln schaffen Sicherheit und das nicht nur jetzt bei Corona.

Ein Beispiel: Wir wissen, was uns erwartet, wenn wir falsch parken. Der Vorgang ist geregelt und wir können uns vorher überlegen, ob es uns das wert ist. Genauso ist es, wenn ein Mensch die Corona-Auflagen nicht einhält. Genauso sollte es sein, wenn ein Mensch seinen Dreck einfach in die Landschaft schmeißt. Regeln sind da, weil, wenn sie eingehalten werden, die Mehrheit einen Vorteil hat.

Dass viele sich als etwas Besonderes sehen und einen persönlichen Vorteil auf Kosten der Mehrheit haben wollen, das ist mir besonders in der Corona-Zeit aufgefallen. Und natürlich braucht die Gemeinschaft die Hilfe des Einzelnen, es ist seine Pflicht, in Deutschland Verstöße zu melden. Wer wegschaut und dieser Pflicht nicht nachkommt, ist für mich ein Feigling. Wer hinschaut und die Einhaltung der Regeln fordert, braucht Mut. Regeln wollen unser Verhalten regulieren – zu unser aller Wohl. Regeln schützen auch die, die sich selbst nicht schützen können.

Wilfried Windisch, Ketsch

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