Leserbrief

Baustellen in Ketsch Nicht nur am Kanal hakt’s / Schwetzinger Straße, Marktplatz und Haus für Flüchtlinge hinterfragungswürdig

Schlafmützen oder ist’s Absicht?

Zum Leserbrief von Dieter Maurer „Das ist nicht seriös“ (SZ, 15. September).

Fehlplanungen in der Brühler Straße waren nicht vor Jahrzehnten, wie Dieter Maurer behauptet, hier wurde erst vor wenigen Jahren ein neuer Kanal als Regenrückhaltebecken eingebaut. Der neue Kanal wurde nicht verlegt, also die Straße aufgemacht und der Kanal eingelegt, hier wurde der Kanal eingepresst. Am neuen Kanal sind jetzt Absenkungen. Das war das, was ich in meinem letzten Leserbrief beschrieben habe. Und das hatte die nette Ketscherin auch gemeint. Ich dachte, das ist allgemein bekannt. Ich treffe die Frau öfter, sie ist, wie ich, viel mit dem Fahrrad in Ketsch unterwegs. Wir unterhalten uns gerne und als ich sie heute auf dem Friedhof getroffen habe, hat sie sich sehr deutlich zu diesem Leserbrief geäußert. Sie hat auch nichts dagegen, dass ich ohne ihren Namen zu nennen ihre Meinung wiedergebe. Ihre Meinung: „Warum verteidigt Dieter Maurer den Bürgermeister, meint er, er kann sich einschleimen. Wie die von der Verwaltung arbeiten, das sieht man jetzt am Marktplatz. Die Firma lässt die Steine von Arbeitern mit der Hand aufheben und in Gitterboxen setzen. Die Steine sollen ja mehr als 100 Euro pro Quadratmeter wert sein. Der Unternehmer verdient sich da dumm und dusslig. Der Marktplatz ist ungefähr 2000 Quadratmeter groß, 200 000 Euro geschenkt. Ist das keine Fehlplanung? Ich unterhalte mich halt mit den Leuten und die erzählen. Da erfährt man so einiges. Das sollte Dieter Maurer auch mal machen. Oder die Sache mit dem Haus in der Schwetzinger Straße neben dem Adler: gekauft, weil da Flüchtlinge rein sollten. Das haben sich doch die Spezialisten vom Bauamt angesehen. Kaum war es gekauft, haben diese Spezialisten festgestellt, dass es abgerissen werden muss. Dann wurde es abgerissen und jetzt bekommt der Adler auf Kosten der Gemeinde Parkplätze. Entweder sind das Schlafmützen oder das war Absicht. Und was das gekostet hat, da reichen keine 400 000 Euro und für was, für Parkplätze für eine Gaststätte auf unsere Kosten. Fehlplanung oder Absicht? Und die Baustelle in der Schwetzinger Straße, da hat man schon viele Termine gehört, was soll denn daran falsch sein, wenn ich nicht daran glaube, dass die Straße bis November fertig sein wird. Das Gefühl, dass sie für dumm gehalten werden, haben viele Leute in Ketsch. Wenn etwas gesagt wird, ist es doch nur, um die Leute zu beruhigen. Stimmen tut es aber oft nicht. Ist das seriös? Wem ich mein Herz ausschütte und ob ich einen Leserbrief schreibe, das ist meine Sache. Ich bin gespannt, ob bei der nächsten Gemeinderatswahl, im nächsten Jahr, das von Dieter Maurer beschriebene Spiegelbild der Parteien noch so ist wie jetzt. Warten wir es ab.“ Ich habe natürlich das Gespräch so wiedergegeben, wie ich es verstanden habe, an was ich mich noch erinnere und auch gekürzt.

Eine Anmerkung zum Leserbrief von Dieter Maurer habe ich noch. Er schreibt: „Für Nörgler und immer wieder klagende Menschen sind Belohnungen nicht vorgesehen.“ Soll heißen, dass er der Meinung ist, Menschen, die den Bürgermeister in den Himmel heben, wie er, werden von ihm belohnt. Dieser Meinung bin ich auch und das war auch die Meinung des letzten Leserbriefs. So weit sind wir uns einig. Es muss die göttliche Eingabe gewesen sein einen Leserbrief des Herrn Maurer vom 26. April 2008 in der Schwetzinger Zeitung – über Altbundespräsident Roman Herzog, Gott hab in selig – aufzubewahren. Die Gründe dafür kann ich heute nicht mehr nachvollziehen. Aber aus dem Leserbrief kann man entnehmen, wenn zwei das Gleiche tun, ist es nicht dasselbe.

Wilfried Windisch, Ketsch

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional