Leserbrief

Toleranzwahn Betrachtung von Merkels Flüchtlingspolitik bis hin zum alltäglichen Sprachgebrauch

Schönreden ist kontraproduktiv

Merkels weltfremdes Diktum „Wir schaffen das“ müssen nicht die Regierenden ausbaden, sondern die Leistungserbringer der Gesellschaft: (Polizei-) Beamte, Ärzte und Sanitäter, Mitarbeiter im Dienstleistungsbereich und all die anderen unzähligen Opfer, über die wir täglich hören oder lesen. Allerdings nicht immer in den „Staatsmedien“.

Warum die Tagesschau nicht über den Mord an einem Allgemeinarzt in Offenburg berichtete, darüber kann sich jeder so seine Gedanken machen: Ein 26-Jähriger aus Somalia, der im November 2015 – also kurz nach Merkels „Wir schaffen das“ – nach Deutschland kam, soll direkt nach Betreten der Praxis auf den Arzt eingestochen haben. Dieser starb noch, vor den Augen seiner zehnjährigen Tochter, in seinen Praxisräumen. Die zu Hilfe eilende Arzthelferin attackierte der Afrikaner ebenfalls mit dem Messer.

Wenn ein Mensch, der im Beruf anderen Menschen hilft, ohne erkennbaren Grund mit dem Messer erstochen wird, dann ist das ein Fall von besonderer Abscheulichkeit, egal woher der Täter kommt. Und das soll der Tagesschau nicht berichtenswert sein? Es ist noch keine zwei Monate her, als ein 20-jähriger Eritreer, der zuvor mit seinem Kumpel ein Jugendzentrum aufmischte, völlig unvermittelt einer arglosen Notärztin in Ottobrunn, die im Einsatz war, mit einer Whiskyflasche das Gesicht zertrümmerte. Für mich tragen Menschen, die nach all dem, was seit geraumer Zeit durch Flüchtlinge passiert und die trotzdem noch im „Relativierungsmodus und Toleranzwahn“ verharren, eine Mitschuld, an dem was passiert und auch am Zuwachs der AfD-Wähler. Eine Mitschuld am Tod von Mia in Kandel, von Susanna durch den Iraker Ali B. und den vielen anderen, sowie an dem, was der Notärztin passiert ist, die unterwegs war, um zu helfen und ebenso am Tod dieses Hausarztes, der grad dabei war sich seinen Patienten zu widmen.

Apropos Toleranzwahn: Eine völlig überspannte „Wortaktivistin“ läuft auf Facebook wegen eines ganzseitigen Zeitungsartikels über den Tagesablauf in einer Metzgerei regelrecht Amok, weil eine Schweinezüchtung wegen ihres Aussehens im Volksmund den Beinamen „Mohrenköpfle“ hat. Den „Rassismus pur“ unterstellt die „Dame“ nicht nur dem Begriff, sondern indirekt auch dem Chefredakteur, der nur über seine Erlebnisse berichtet und wundert sich dann auch noch, dass sie bei der Diskussion gegen eine Wand läuft.

Der Begriff Mohr ging aus dem lateinischen „maurus“ hervor und verweist auf die Bewohner Mauretaniens. Eine Wertschätzung der maurischen Bevölkerung, die uns die moderne Pharmazie gebracht hat, findet sich in den sogenannten „Mohrenapotheken“ wieder, ist also das Gegenteil von Diffamierung. Das interessiert aber jene nicht, die solche Apotheken in ihrem Wahn massiv bedrohen und auch vor Anschlägen nicht zurückschrecken. Angefangen hat es mit dem Mohrenkopf und während der „Zigeunerbaron“ auch weiterhin sein Publikum beglücken darf, soll der Zigeuner aus dem Universum der Küchen und Fertigsoßen verschwinden. Stichwort: Zigeunersoße!

Ich geh eh zum Griechen und der hat kein „Sinti- und Roma-Schnitzel“ – aber einen Hirten-Spieß. Wenn ich den esse, bin ich dann ein Kannibale?

Glaubt jemand allen Ernstes, in Frankreich fordert jemand die bekannte Zigarettenmarke „Gitanes“ (Französisch für Zigeuner) umzubenennen? Auch die legendäre Musikgruppe „Gipsy Kings“ (Gipsy bedeutet im Englischen Zigeuner), selbst Roma, haben niemals über eine Namensänderung nachgedacht.

Ein Antrag eines linken Stadtrates in München auf den Begriff „Schwarzfahrer“ zu verzichten, weil dieser rassistisch sei, wurde schon vor Jahren mit Kopfschütteln und Gelächter quittiert.

Auf was ich an dieser Stellen hinaus will: Dass ein Wort als solches nicht per se herabwürdigend zu verstehen ist, sondern der im Kontext beleidigende Gedanke dahinter zählt. Oder anders formuliert: All das politisch korrekte Schönreden nützt nichts, wenn zum Beispiel aus einem Altersheim ein Seniorenheim wird, weil das politisch korrekt ist und besser klingt, es den „Alten“ aber nicht besser geht!

Herbert Semsch, Brühl

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