Leserbrief

Organspenden

Sich in die Sicht der Kranken versetzen

Den Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn kann ich nur begrüßen. Leider kann ich die Diskussion, die dadurch entbrannt ist, nicht verstehen. Als Betroffene – mein Ehemann und Schwager sind herztransplantiert und dem Sohn steht das noch bevor – möchte ich jeden, der gegen die Widerspruchsregelung bei Organspenden ist, bitten: Gehen Sie einmal in eine Klinik, in der Menschen seit über einem Jahr auf ein Spenderorgan warten und sich nichts mehr wünschen, als zu leben. Patienten, die nicht wissen, ob sie noch durchhalten, bis ein passendes Organ zur Verfügung steht.

Auch das Argument, diese Regelung wäre ein Eingriff in die persönliche Freiheit, kann ich so nicht gelten lassen. So, wie es jedem von uns freisteht, heute schon einen Organspende-Ausweis zu haben, so steht es jedem von uns frei, einen Widerspruch mit sich zu führen.

Ich finde es ehrlich gesagt beschämend, dass in unserem Land tausende Patienten auf eine Organspende aus dem Ausland angewiesen sind, weil die Spendenbereitschaft hier immer weiter zurückgeht. Keiner hat die Garantie, nicht selbst so krank zu werden, dass sein Leben von einem Spenderorgan abhängig ist. Eine Organspende ist für mich der größte Akt christlicher Nächstenliebe.

Gudrun Arnold, Neulußheim

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